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Bamberg - München

21. Mai 2017

Spiel 1: "Hier regieren die Bamberger!"

Von Christopher Meltzer
@Meltzinho

Der FC Bayern hatte sich bereit gefühlt, den Rivalen aus Bamberg auch mal wieder in einem großen Spiel zu besiegen. Doch im ersten Halbfinale versagen die Bayern. Bamberg führt München 82:59 vor. Alles Wichtige zum ersten Spiel der Serie.

 


Als Andrea Trinchieri am Sonntagmittag in die Bamberger Basketballarena spazierte, erwarteten ihn dort schon ein paar Fans, die die Tribüne dekorierten. „Are you ready“, rief Trinchieri ihnen zu. „Yes“, antwortete einer von ihnen, „what about you?“ Da musste der Bamberger Trainer grinsen, ehe von der englischen in die deutsche Sprache wechselte, um schelmisch zu entgegnen: „Immer!“

Wenige Stunden später bekräftigte jeder, der dieses erste Halbfinale zwischen Brose Bamberg und dem FC Bayern München gesehen hatte: Bamberg war bereit gewesen. Der 82:59-Endstand belegte das. Der Meister führte seinen größten Herausforderer an der Nase herum. Selbstverständlich war das freilich nicht gewesen. Der Qualitätsabstand, der Bamberg vor wenigen Monaten noch vom Rest der Liga getrennt hatte, war zuletzt zusammengeschrumpft. Besonders die Bayern hatten aufgeholt, fühlten sich bereit, Bamberg auch mal wieder in einem großen Spiel zu besiegen.

Doch im ersten Spiel der Serie versagten sie. Fast fünf Minuten dauerte es, bis Devin Booker mit einem Freiwurf die Münchner Punktedürre beendete. Bamberg hatte da schon zwölf Zähler. Weil sich dieser Trend fortsetzte, gingen Bayern-Trainer Aleksandar Djordjevic früh die freundlichen Worte aus:

9252 Timeout Sasa Djordjevic bei 19:2 Bamberg: "..."

Manchmal ändern aber auch Worte nichts. Bamberg führte München weiter vor. Noch in der ersten Halbzeit stimmen die entzückten Bamberger Fans Siegeslieder an. „Hier regieren die Bamberger“, johlten sie. Auch in der zweiten Halbzeit feierten nur sie. Weil Ulm zeitgleich Oldenburg besiegte, muss man festhalten: In der BBL ist nach einem Halbfinal-Spieltag alles beim Alten.


Seine Erklärung zum Spiel begann Aleksandar Djordjevic damit, das Spiel nicht erklären zu können. „Das ist etwas, was ich nicht erklären kann“, sagte er. „So kannst du in dieser Liga nicht spielen, nicht mit dem Trikot, das wir tragen.“

Um die Bamberger Überlegenheit auszudrücken, benutzte Djordjevic eine schöne englische Formulierung. Seine Mannschaft sei „geschooled“ worden – „wie man mit dem Ball umgeht, wie man den offenen Mitspieler findet, wie man den Extrapass spielt.“

Um die Bamberger Überlegenheit zu erklären, brachte Djordjevic dann aber doch noch zwei Einordnungen hervor. Die erste bezog der serbische Trainer auf sich selbst. Er übernehme eine persönliche Verantwortung, so Djordjevic, weil er sein Team falsch eingestellt habe. Die zweite hängte er seinen Spielern an, die „ohne Stolz“ aufgetreten seien. Eine Ausnahme nannte Djordjevic dann aber doch: Anton Gavel, ohnehin als Musterprofi bekannt, bescheinigte er „competitive greatness“. Ein Attribut, das er auch von den anderen Profis erwartet: „Manche Spieler müssen tief in sich gehen, um das zu finden.“

Eigentlich neigen Verlierer im Sport eher zum Schweigen. Doch Djordjevic nahm sich am Sonntag viel Zeit, um seinen Denkprozess offenzulegen. Andrea Trinchieri, sonst eigentlich ebenfalls ein Freund ausführlicher Antworten, beschränkte sich dagegen auf wenige Sätze. In Richtung Djordjevics sagte er: „Ich erwarte, dass seine Spieler eine Reaktion zeigen.“


Deutliche Ergebnisse in Playoffspielen – dürften sich zumindest die NBA-Besucher gedacht haben. Um das erste Duell zwischen Bamberg und München mitanzusehen, waren Top-Vertreter der US-Profiliga angereist. Neben Dennis Schröder, der schon in Bonn einen Gastauftritt hatte, zeigten sich am Sonntag auch Mike Budenholzer (Trainer Antlanta Hawks), Donnie Nelson (General Manager Dallas Mavericks) und Jakob Pöltl (Center Toronto Raptors).


Spieler und Trainer: Dennis Schröder und Mike Budenholzer.

In den USA plätschern die Finalrunden in Ost- und Westkonferenz nämlich vor sich hin. Die Cleveland Cavaliers haben die Boston Celtics zweimal vermöbelt, die Golden State Warriors führen gegen die San Antonio Spurs gar 3:0. Fans beklagen schon Langeweile. Die NBA-Prominenz konnte dieser auch am Sonntagnachmittag auf der anderen Seite des Atlantiks nicht entkommen.



82
Andrea Trinchieri Head coach
Brose Bamberg
29-3, 15-1 Heim
59
Aleksandar Djordjevic Head coach
FC Bayern München
28-4, 13-3 Auswärts
Team Q1 Q2 Q3 Q4 OT Total
BAM 23 22 19 18 - 82
FCB 10 13 14 22 - 59
6.150 Zuschauer
BROSE ARENA Bamberg

Game Leader

Fabien  Causeur

Fabien Causeur

Point Guard

Brose Bamberg

16
Punkte
Maximilian Kleber

Maximilian Kleber

Power Forward

FC Bayern München

11
Rebounds
Nikolaos Zisis

Nikolaos Zisis

Point Guard

Brose Bamberg

4
Assists
Leon Radosevic

Leon Radosevic

Center

Brose Bamberg

3
Steals
Daniel Theis

Daniel Theis

Power Forward

Brose Bamberg

2
Blocks

Spiel Statistik

BAM

82FG 44.4%
2-Punkte

43%
12-28
24

3-Punkte

46%
12-26
36

Freiwürfe

76%
22-29
22

BAM

33

6

27

12

2

10

28

9

93

FCB

59FG 34.6%
2-Punkte

44%
16-36
32

3-Punkte

13%
2-16
6

Freiwürfe

75%
21-28
21

FCB

37

10

27

12

2

4

25

17

56

Rebounds
Rebounds Offensive
Rebounds Defensive
Assists
Blocks
Steals
Fouls
Turnovers
Efficiency

Team Vergleich

29

83.48

50.44

1.99

96.0

25.5

28

85.10

51.65

1.98

93.5

25.8

Siege
Punkte pro Spiel
Field Goal %
Größe CM
Gewicht KG
Alter

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