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Bonn - Bamberg

16. Mai 2017

Spiel 4: Bamberg macht's schnörkellos – jetzt warten die Bayern

Von Christopher Meltzer
@Meltzinho

Der große Glanz fehlt noch, doch Bambergs Jagd auf das Double geht weiter: In Bonn bucht der Titelverteidiger das Ticket fürs Halbfinale. Eine schnörkellose Leistung genügt dafür. Jetzt wartet der FC Bayern München. Alles Wichtige zum vierten Spiel. (Zum Gamereport)

2 3 92 87 76 76  
7 1 93 71 63 67  
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Um etwas über die Dramatik eines Basketballspiels herauszufinden, genügt es manchmal ja, ein wenig genauer auf die Bekleidung der Zuschauer zu achten. Wenn sich die Fans nämlich ihrer Pullover – oder gar ihrer T-Shirts – entledigen, spricht das dafür, dass sie sich in ein packendes Spiel hineinsteigert haben. Hätte man am Dienstagabend in Bonn im Rahmen einer solchen Beobachtung auf folgende Gruppe junger Männer geachtet, man wäre wohl zu dem Schluss gekommen, dass es im vierten Playoffspiel zwischen Bonn und Bamberg nicht sonderlich spannend zugegangen ist.

Um Dennis Schröder und seine Kumpels aus ihren Hoodies zu zwingen, hätte es aber wohl auch den Ausfall der Klimaanlage benötigt. Die Versuchsgruppe scheint also nicht ideal gewählt. Und doch kann man, wenn man denn will, an ihnen die tatsächliche Spannung des Spiels ablesen. Denn wirklich dramatisch ist es ja nicht geworden. Zwar ärgerten die Bonner den Meister aus Bamberg auch im vierten Aufeinandertreffen, doch im letzten Viertel, wo die Dramatik sich ja im besten Fall zuspitzt, hängte Bamberg den lästigen Konkurrenten doch recht mühelos ab – und schritt ins Halbfinale vor.

Die Bamberger Fans dürften ihre Pullover jedenfalls nicht in Panikschweiß getränkt haben. Denn anders als die Outfits der Schröder-Gang lässt sich der Auftritt ihrer Mannschaft als schnörkellos zusammenfassen.


Das Foulen mit den Füßen. Es ist zuletzt wieder ein wenig in Mode gekommen, den Gegenspieler nicht nur mit Händen und Oberkörper aufzuhalten, sondern auch mit den Füßen. Solche Aktionen erweisen sich oft als sehr gefährlich. Besonders in der NBA wird das gerade diskutiert. Zaza Pachulia, der Center der Golden State Warriors, hat die Debatte ausgelöst, nachdem er sich während eines Wurfs von San Antonios Starspieler Kawhi Leonard unter ihn gestellt hatte. Leonard landete auf Pachulias Fuß – und verletzte sich. Bambergs Leon Radosevic griff nun auf einen ebenfalls sehr unsportlichen Move zurück. Er stellt dem sprintenden Julian Gamble auf dem Weg zum Dunk das Bein.

Weil Gamble ein athletischer Spieler ist, rettete er sich akrobatisch. Sein anschließender Ärger war aber verständlich – genauso wie das Flagrant Foul für Radosevic.


Bamberg hat noch viel Luft nach oben. Die Erkenntnis ist nicht neu, doch offenbarte sie sich auch am Dienstag wieder. Besonders die Offensive ruckelt weiter, wenn auch 18 Assists ein Fortschritt sind. Wenigstens defensiv hat sich Bamberg nach einem schaurigen ersten Spiel stabilisiert. Damals fing sich der Meister 93 Punkt ein. Das war Bamberg in der Trinchieri-Ära noch nie in einem Playoffspiel passiert. Die neuesten Zahlen dürften Bambergs italienischen Trainer etwas beruhigen: 71, 63 und jetzt eben 67 Bonner Punkte folgten. Doch fehlte es dem Herausforderer gerade in den letzten beiden Spielen ohne Point Guard Josh Mayo an der nötigen Qualität. Für die Bonner ist das ärgerlich – denn diese Bamberger wären verwundbar gewesen.


Dieser Bonner Mannschaft. Letztlich fehlten ihr zwar die Mittel, um den Titelverteidiger zu stürzen, doch triezten sie ihn ganz schön. Nachdem die Serie entschieden war, gab es von den Bambergern Daniel Theis und Nicolo Melli ein Extra-Lob. Klar, das gehört sich im Sportbusiness auch so, aber die Anerkennung, die in ihren Worten mitschwang, fühlte sich echt an. Auch aus Andrea Trinchieri sprudelten noch Komplimente hervor.

Das hatten sich die Bonner Spieler auch verdient. Josh Mayo entwischte seinen Verteidigern andauernd. Erst eine Verletzung stoppte ihn. Ryan Thompson führte vor, warum er selbst mal in Bamberg gespielt hat. Julian Gamble und Kennerth Horton schufteten unter dem Korb. Yorman Polas Bartolo verteidigte auf höchstem Niveau. Auch Anthony DiLeo tat sich hervor. Bange muss einem um Bonn jedenfalls nicht sein – wenn die Leistungsträger denn bleiben.


Es geht wieder los: Brose Bamberg gegen den FC Bayern München. Die Alphatiere der BBL prallen mal wieder aufeinander. In der ersten Runde wackelten beide, doch jetzt steht viel auf dem Spiel. Es geht nicht nur um die Meisterschaft, sondern auch um die Zukunft, etwa um die Chance auf die EuroLeague. Daher eine kleine Prognose: Wenn am kommenden Sonntag in Bamberg das erste Spiel steigt, werden Pullover gar nicht erst angezogen.



67
Predrag Krunic Head coach
Telekom Baskets Bonn
18-14, 11-5 Heim
76
Andrea Trinchieri Head coach
Brose Bamberg
29-3, 14-2 Auswärts
Team Q1 Q2 Q3 Q4 OT Total
BON 17 20 13 17 - 67
BAM 17 21 16 22 - 76
5.070 Zuschauer
Telekom Dome Bonn

Game Leader

Julian Gamble

Julian Gamble

Center

Telekom Baskets Bonn

18
Punkte
Daniel Theis

Daniel Theis

Power Forward

Brose Bamberg

8
Rebounds
Ryan Thompson

Ryan Thompson

Small Forward

Telekom Baskets Bonn

6
Assists
Janis Strelnieks

Janis Strelnieks

Point Guard

Brose Bamberg

4
Steals
Daniel Theis

Daniel Theis

Power Forward

Brose Bamberg

1
Blocks

Spiel Statistik

BON

67FG 43.9%
2-Punkte

53%
19-36
38

3-Punkte

29%
6-21
18

Freiwürfe

69%
11-16
11

BON

35

12

23

16

0

9

21

19

71

BAM

76FG 42.6%
2-Punkte

41%
14-34
28

3-Punkte

45%
9-20
27

Freiwürfe

88%
21-24
21

BAM

30

8

22

18

3

11

22

14

90

Rebounds
Rebounds Offensive
Rebounds Defensive
Assists
Blocks
Steals
Fouls
Turnovers
Efficiency

Team Vergleich

18

81.89

49.28

1.87

88.3

25.1

29

83.48

50.44

1.99

96.0

25.4

Siege
Punkte pro Spiel
Field Goal %
Größe CM
Gewicht KG
Alter

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Brose Bamberg