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Season Preview

10. September 2016

Phoenix Hagen: Käpt´n Ingo und seine tollkühne Crew

Telekom Basketball Redaktion

Von Telekom Basketball Redaktion

In unserer Preseason-Serie geht es heute hoch in die Lüfte, allerdings mit Gefahr zur Bruchlandung, zum letztjährigen Sensationsnichtabsteiger Phoenix Hagen. Fast wäre der Phoenix den Weg zurück zur Asche gegangen. Doch selbst der Punktabzug haben den Vogel nicht crashen lassen. Für die neue Saison muss Hagen an vielen Stellen nachzurren. Trotzdem sieht Telekom-Basketball-Experte Jörg Dierkes die Feuervögel besser aufgestellt als in der letzten Spielzeit.

Die Trümmer der vergangenen Saison aufgesammelt. Turbulent, turbulenter, Phoenix Hagen. Geschäftsführer ausgetauscht, die schockierende Verletzung von D.J. Covington überstanden, Punkteabzug wegen Lizenzverstößen. Am Ende der abgelaufenen Saison war’s doch noch die sichere Notladung des Vogels auf einem Nichtabstiegsplatz. Ein Novum für ein Team mit Punktabzug und eine Meisterleistung der Piloten Ingo Freyer und Steven Wriedt, für die das Trainergespann selbst noch im Jahr 2016 den mittlerweile so verpönten Landungsapplaus der Passagiere verdient hat.

Auch wenn, allen voran mit Brandon Jefferson und Ivan Elliot, prominente Gäste die Weiterreise bei anderen Airlines aus Ljubljana und Bremerhaven gebucht haben und D.J. Covington wegen seiner Verletzung den Weiterflug erst einmal aussetzen muss, bleibt die Crew weitestgehend zusammen: Kapitän Adam Bell, vergangene Saison einer der effizientesten Point Guards der Liga, genau wie Edeltalent Marcel Keßen und Forward Adam Hess, hatten das Ticket 2016/2017 bereits vor der abgelaufenen Saison gebucht, Center Owen Klassen checkte kurz vor Saisonschluss noch per Vertragsverlängerung ein.

Spät dazugekommen: Die Reisegruppe easyCredit BBL, die in ein weitestgehend unbekanntes Abenteuer aufbricht. Die Flügelspieler Yannick Anzuluni, Jeremy Dunbar und Chris Hass haben noch überhaupt keine BBL-Erfahrung, Center Trent Plaisted und Aufbauspieler Richard Williams kommen gemeinsam auf 79 Spiele in der höchsten deutschen Spielklasse. Auch nicht gerade die goldene Vielfliegerkarte.

Kann immerhin schon wieder lächeln: Nach seiner schweren Knieverletzung muss D.J. Covington weiter pausieren.

Hat mehr Verantwortung als je zuvor. Ingo Freyer hat sich in seiner 8. Saison als Publikumsliebling und Macher im Management etabliert, in diesem Jahr sogar die Spielergehälter mitverhandelt.

Stilistisch bleibt alles beim Alten. „Ein Spektakel, so wie immer“, stellt sich der Coach für seine Vögel vor. Schneller, fastbreakorientierter Basketball und Ballern ohne Ende-bereits im letzten Jahr war Phoenix das Team mit den meisten Abschlüssen von der Dreierlinie. „Wir wollen das Team mit der besten Kondition sein“, sagt Freyer selbst. Das ist durchaus als Drohung zu verstehen.

Ingo Freyer

Ein Spektakel, so wie immer.

Sind noch Küken. Abgesehen von Neuzugang Jeremy Dunbar und Forward Adam Hess ist kein heimischer Spieler älter als 21 Jahre. Am ehesten bereit aus dem Nest geschubst zu werden: Marcel Keßen, der sich zum Ende der vergangenen Saison wie so mancher Jungphoenix ein wenig die Schwingen verbrannte und kaum noch eigensetzt wurde, in der Saisonvorbereitung seine Flügel aber wiedergewaltig ausstreckt und Jonas Grof, flexibel wie eine Möwe, zu Wasser, zu Lande und in der Luft, im Basketball-Duktus: Von der 1 bis zur 3 kann der junge Mann alles spielen.

Symbol für die Zukunft- Die Vertragsverlängerung mit Edeltalent Jonas Grof

Tempo, Tempo, Tempo. Dieser Vogel wird auch in der kommenden Saison wieder mit Mach 3 durch die Hallen der Basketballrepublik fegen. Ob mit der Nase voraus in Richtung Boden oder mit doppelter Flugrolle und Looping: Der extreme Up-Tempo Stil von Ingo Freyer und Team begeistert. Fast Breaks, ballern von der Dreierlinie; Selbst wenns nichts funktioniert, hat man das Gefühl, eine Flugshow geboten zu bekommen.

Sie sind im Prinzip besser aufgestellt als letztes Jahr. Die spielentscheidenden Figuren harmonieren, auf, aber auch neben dem Platz. Hagens Taktik wird sein, früh Punkte gegen den Abstieg zu sammeln, sie hatten das Team schnell beisammen und eine verletzungsfreie Vorbereitung. Sie werden wieder versuchen, wie im letzten Jahr, schon zu Weihnachten so viele Punkte zu sammeln, dass sie mit dem Abstieg nicht viel zu tun haben. Am Ende schätze ich, wird Hagen im Niemandsland zwischen 10 und 14 landen.

Name Alter Nationalität Position
Owen Claasen 24 Kanada Center
David Bell   35 USA Guard
Adam Hess  35 Deutschland Forward
Yannick Anzuluni 29 Kanada Forward
Pascal Zahner-Gothen 20 Deutschland Guard
Jeremy Dunbar 29 Deutschland Swingman
Alexander Kortenbreer 21 Deutschland Center
Chris Hass 22 USA Swingman
Marcel Keßen 19 Deutschland Forward
Julian Jasinski 20 Deutschland Forward
Jonas Grof  20 Deutschland Swingman
Richard Williams 29 USA Guard
Trent Plaisted  29 USA Center