easyCredit BBL Turkish Airlines EuroCup NBA

Season Preview

11. September 2016

medi bayreuth: Wann kommen die Großbuchstaben?

Telekom Basketball Redaktion

Von Telekom Basketball Redaktion

Hier schreibt man den Vereinsnamen klein: medi bayreuth. Und ob man will oder nicht, es sieht seltsam aus (ja, auch bei Euch uuuullllmer!). Zumindest haben die Macher des Teams signalisiert, dass auf dem Feld eher größere Buchstaben die Geschichte der Spiele erzählen sollen. Coach Mike Koch nicht länger an den Verein zu binden, birgt ein Risiko. Wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, wird man schnell der Vereinslegende hinterher trauern. Der neue Chef im Ring ist Raoul Korner. Der Österreicher wird die Leine etwas kürzer fassen als der allgemein als "Players Coach" bekannte Koch. Aber vielleicht ist das genau das richtige Rezept.

Frühjahrsputz! Denn bereits im April wurde eine grundlegende Personalie bekannt. Und nicht nur Mike Koch selbst war überrascht, dass man mit ihm nicht verlängert. Dem bei Spielern und Fans beliebten Europameister von 1993 wurde das Vertrauen entzogen. Der neue Coach und Sportdirektor Raoul Korner hat direkt einige spezielle Typen verpflichtet. Der neue Guard Joseph („Trey“) Lewis ist wohl ein lebhafter Charakter. In seinem Collegezimmer stand ein fettes Keyboard („Ich wäre auch ein guter Rapper“), in der Vorbereitung hat er schon gezeigt, dass er sehr gerne punktet. Point Guard Kyan Anderson kommt aus der belgischen Liga und war dort immerhin Vizemeister. Er ist extrem schnell unterwegs und soll von den Spielanlagen eher der Gegenentwurf zu Jake Odum sein, dem Aufbauspieler der letzten Saison. Der Ägypter Assem Marei holt scheinbar jeden Rebound, Nate Linhart bringt jede Menge Erfahrung mit. In Bayreuth wäre man schon froh, vom unheimlichen Verletzungspech der vergangenen Saison verschont zu bleiben.

Raoul Korner ist eine spannende Verpflichtung. Er ist erst 42 Jahre alt und doch ist es bereits seine 18. Saison als Trainer. An der Bayreuther Seitenlinie dürfte es lebhafter werden. „Bin ich ein nasser Waschlappen, dann sind auch meine Spieler nasse Waschlappen.“ Korner hat in der Vergangenheit einen exzellenten Eindruck hinterlassen. Kompetent, eloquent, hochsympathisch. Ein Kenner der Liga, bestens vernetzt. Der Österreicher beginnt ein neues Projekt, nachdem in Braunschweig nun die Konten leer sind.

Bei den deutschen Spielern ist zu hoffen, dass Andi Seiferth weiter große Fortschritte macht. Das sah letzte Saison schon richtig gut aus. Klasse Bewegungen, guter Wurf, das war mehr als ansehnlich.


Kommt noch mehr von Andi Seiferth?

Eine interessante Perspektive hat A2-Nationalspieler Robin Amaize. Er folgt seinem Coach von Braunschweig nach Bayreuth und verfügt laut Korner über eine "seltene Kombination aus Athletik, Kreativität und Spielwitz". Steve Wachalski und Basti Doreth sind die deutschen Veteranen. Doreth hat sich mal wieder einen Sommer für die deutsche Nationalmannschaft krumm gemacht, er bleibt der Psycho-Leader in Bayreuth. Seine perfekte Einstellung ist beinahe sein Markenzeichen.

Es ist ein gutes Maß Neugier, ob Raoul Korner ein guter Start gelingt. Wie gut lag er mit der Verpflichtung seiner Guards? Kann Seiferth weiter zulegen? Und vielleicht auch aus nostalgischen Gründen. Als die Oberfrankenhalle in den 80ern eröffnet wurde, schauten viele Bundesligisten auf das schicke Ding in Bayreuth. Zur neuen Saison wird man die Zuschauerkapazitäten etwas reduzieren, um diversen aktuellen Anforderungen gerecht werden zu können. Ja, es ist auch noch eine Spur Voyeurismus dabei. Wird Christian Höreth auch diese Saison ohne gesundheitliche Schäden überleben? Der emotionalste Hallensprecher agiert definitv am Blutdruck-Limit. 

"Ich weiß es wirklich nicht, wo die Bayreuther Reise dieses Jahr hingeht. Vergangene Saison hat mir Jake Odum schon richtig gut gefallen. Und Jake spielt nun in Würzburg. Man muss abwarten, mit wie viel Talent Raoul Korner die Guard-Positionen besetzt hat. Auch die Entwicklung von Andi Seiferth war sehr positiv. Da hoffe ich einfach auf den nächsten Schritt. Ich gönne dem Team eine tolle Saison. Vor allem auch Geschäftsführer Philipp Galewski. Der Sportökonom ist ein super feiner Kerl und macht trotz seiner nicht mal 30 Jahre einen extrem aufgeräumten Eindruck."