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Season Preview

12. September 2016

Telekom Baskets Bonn: Und dann die Hände zum Himmel

Telekom Basketball Redaktion

Von Telekom Basketball Redaktion

In unserer Preseason-Vorschau nähern wir uns so langsam den Playoff-Plätzen an: Mit einem Team, für das alles andere als ein Platz unter den besten Acht eine herbe Enttäuschung wäre. Nachdem den Telekom Baskets Bonn bereits in der abgelaufenen Saison die Decke über dem Kopf zusammengekracht ist, will der Klub mit klugem Konzept und Top-Trainer wieder zurück in die Stockwerke, die dem Himmel etwas näher sind.


Die Abrissbirne geschwungen. Aber kontrolliert. Nach der enttäuschenden Saison 15/16 machen’s die Telekom Baskets im NBA-Style und gehen in den Rebuild-Modus. Abgang: Der komplette Kader. Neuzugang: Ein kompletter Kader.

Übrig geblieben sind lediglich die Eigengewächse Florian Koch, Thomas Michel, Valentin Blass und Joel Zeymer. Abgesehen von Florian Koch wird wohl keiner dieser Namen zum sportlichen Fundament der Saison 2016/2017 gehören.

Sorgen um das Richtfest muss man sich in Bonn aber nicht machen. Bagger, Kran und Betonmischer liefen im Sommer auf Hochtouren. Mit den Verpflichtungen des Sommers haben sich die Telekom Baskets ein potenzielles Powerhouse zusammengebaut. Prominenteste Namen: Unter anderem Julian Gamble (Brüssel), Josh Mayo (Scafati) und BBL-Rückkehrer Ryan Thompson (Trabzonspor). Letztgenannter befindet sich offensichtlich bereits in Topform:



Ist Maurer, Vorarbeiter und Bauherr zugleich. Dabei wäre es so ärgerlich, würde der nach wie vor tadellose Haaransatz von Silvano Poropat von einem Sicherheitshelm überdeckt. Der zweifache "BBL Coach of the Year" hat seit seiner Amtsübernahme im März von der Kaderplanung über Vertragsverhandlungen bis (vermutlich) zur Inneneinrichtung der Logen im Telekom Dome alles in die eigene Hand genommen.

„Wir wollen geschlossen dastehen und gut verteidigen“, gab sich der 45-Jährige Kroate bei der Teamvorstellung bescheiden. Dass es am Ende doch ein bisschen spektakulärer werden soll, lässt sich alleine schon an den unkonventionellen Methoden ablesen, zu denen Poropat während der Vorbereitung gegriffen hat: Das Team verbrachte unter anderem mehrere Tage damit, gemeinsam eine Schafherde zu hüten, um die Kommunikation im Team zu verbessern. Und wenn man schon dabei ist zu lernen, wie man besser miteinander spricht, warum nicht gleich gemeinsam singen:



Bilden das Fundament. Die deutschen Rosterspots einmal komplett durchgemischt, kann Bonn mit seinem heimischen Kern mehr als zufrieden sein. „Auf den deutschen Positionen sind sie wesentlich stärker als letzte Saison“, meint Telekom-Basketball-Experte Chris Schmidt.

Mit Konstantin Klein (Frankfurt) , Yorman Polas Bartolo (Gießen) und Anthony DiLeo (Gießen) haben sich die Telekom Baskets viel BBL-Erfahrung dazu geholt. Dazu kommen die jungen Projekte Johannes Richter (Frankfurt) und Florian Koch (eigener Nachwuchs), wobei vor allem letzterer vor einer Breakout-Saison stehen könnte. Aber wie auch immer sich die jungen Heimischen 16/17 entwickeln, die Zukunft scheint gesichert in Bonn.


Weil wir alle Abenteuer lieben. Auch wenn die Kaderplanung der Telekom Baskets auf dem Papier absolut Sinn ergibt, ob der Neubau denn am Ende stehen bleibt oder wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt, erfahren wir erst wenn’s losgeht. Fest steht: Es wird anders. Und bei dem Potenzial, das dieses Bonn hat, ist es am schlauesten, so schnell wie möglich auf den Bandwagon aufzuspringen.

Die Telekom Basketballer könnten außerdem mit Julian Gamble den wohl unfreundlichsten Gastgeber der BBL in ihren Reihen haben. Der 2.08 Meter-Center ist ein waschechter Rimprotector, von dem Telekom-Basketball-Kommentator Chris Schmidt sagt: „Das ist mein Kandidat für Shotblocker of the year“. Schließlich muss es bei jedem Neubau einen geben, der den verspielten Kids aus der Nachbarschaft ein „Not in my House“ ins Gesicht brüllt. Und im Idealfall noch ein richtiges Sweetheart ist.



„Ich mag es immer, wenn man in der Kaderzusammenstellung ein klares Konzept erkennen kann. Das ist hier der Fall. Wir werden ein sehr viel variableres Bonn sehen, weg von den Pass-First Spielern im Aufbau, hin zu mehr Shooting. Sportlich macht das von vorne bis hinten Sinn. Mit Bonn ist zu rechnen, sie dürfen sich allerdings nicht von ihrem Umfeld durcheinander bringen lassen. Ich rechne fest mit einem Playoff-Platz für Bonn, bei idealem Verlauf vielleicht sogar Heimvorteil“.

 Name Alter Nationalität Position
Konstantin Klein 25 GER G
Filip Barovic 26 MNE C/F
Ryan Thompson 28 USA F/G
Johannes Richter 22 GER F/C
Julian Gamble 27 USA C
Anthony DiLeo 26 GER G
Florian Koch 24 GER F
Yorman Polas Bartolo 31 GER F
Josh Mayo 29 USA G
Kenneth Horton  27 USA F
Thomas Michel 21 GER F
Alexander Möller 18 GER C
Valentin Blass 21 GER G
Yannick Kneesch  20 GER F
Ayne Turner 23 USA F