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Season Preview

14. September 2016

GIESSEN 46ers – Modern Family

Telekom Basketball Redaktion

Von Telekom Basketball Redaktion

Das letzte Team unserer großen Season-Preview, bevor es in die Playoffs geht, kommt aus Gießen. Für den Neunten der Vorsaison wäre eine ähnliche Platzierung wie in der abgelaufenen Sapielzeit ein erneuter sportlicher Erfolg. Doch Coach Denis Wucherer muss mit vielen Veränderungen zurechtkommen.

Gewunken. Zum Abschied zumeist. Trainer Denis Wucherer dürfte spätestens seit dieser Off-Season ziemlich genau wissen, wie sich das erste Ablegen der Titanic im Hafen von Southhampton für die am Dock zurückgebliebenen Familienmitglieder angefühlt haben muss.

Zwar werden die Gießener die meisten ihrer Verabschiedeten schon bald wiedersehen, dieses Mal allerdings nicht am gemeinsamen Esstisch, mehr werden mit Anthony DiLeo, Yorman Polas Bartolo (beide Bonn), Braydon Hobbs und Karsten Tadda (Ulm) Leistungsträger der abgelaufenen Saison mit ihren neuen Familien vorbeischauen, um den 46ers die Äpfel aus dem Garten zu klauen.

Eine fast logische Konequenz aus der überraschend guten Saison 2015/2106, in der man als Aufsteiger nur knapp an den Playoffs vorbei rutschte. Nun muss also die neue Generation den Familienbetreib übernehmen, Problem dabei: Der Nachwuchs weiß noch nicht wirklich wie man Chef spielt. Lediglich Rückkehrer Joshiko Saibou (Würzburg) kann auf längerfristige BBL-Erfahrung zurückgreifen, Thomas Scrubb (Joensuu,FIN) und Skyler Bowlin (Södertälje, SWE) dürften anfangs etwas Zeit benötigen, sich an das Tempo in der höchsten deutschen Spielklasse anzupassen. Das Familienfest 2017 ist in Gefahr.


Kennt sich mit Familienplanung aus. Denis Wucherer ist der Storch für neugeborene BBL-Stars. Das hat er nicht zuletzt in der abgelaufenen Saison mit einem sowohl in der Breite als auch in der Spitze für einen Aufsteiger exzellent zusammengestellten Kader bewiesen. Spieler aus der 2.Liga in der BBL etabliert, den Kader unter der laufenden Saison restrukturiert: Wenn in Gießen der Familienrat tagt, ist Wucherer das Oberhaupt. Fähigkeiten, die die 46ers in der neuen Spielzeit mehr denn je gebrauchen können.


Mit guter Laune vorangehen: Denis Wucherer 

Auch in dieser Saison muss der 43-Jährige seinen halben Kader ins kalte Wasser schmeißen. Bei einem Vorbereitungsturnier in Koblenz wünschte sich der 43-Jährige vor wenigen Tagen, dass seine Spieler „mal ordentlich die Grenzen aufgezeigt bekommen, damit wir wissen was auf uns zukommt“. Lernen ist hart. Aber da muss jede Familie durch.

Müssen wachsen. Weder die neuen Andreas Obst (Bamberg) oder Joshiko Saibou (Würzburg) können aus dem Stand Leistungsträger sein.

Lediglich Kapitän Benjamin Lischka lässt sich klar als Stütze identifizieren. Seine vorzeitige Vertragsverlängerung in der abgelaufenen Saison ist nicht nur ein sportliches Signal, für die Fans ist er als Gießener Junge Identifikationsfigur.

Vielleicht finden die Hessen so eine aber auch bald auf der Tribüne: Mit der Verpflichtung vom Sohnemann von Fußball-Promi Rudi Völler darf auf den Rängen der Sporthalle Gießen-Ost mit einem prominenten Neuzugang gerechnet werden. 


Die Metamorphose. Ob es um die Verwandlung vom Basketballer zum Tänzer, von der grauen Maus zur Abschlussballkönigin oder vom Chemielehrer zum Drogenhändler geht: Veränderung ist aufregend. Wenn es auch sonst nichts gibt, das man an den Gießen 46ers 16/17 vorhersehen kann, das ist ein Versprechen: Es wird viel geschliffen werden. An Spielern, an Systemen, an der ganzen Philosophie. Was am Ende der Saison dabei rauskommt, könnte mit den Anfängen noch relativ wenig zu tun haben. Und bei Breaking Bad hat sich's ja auch gelohnt.


„Gerade auf den deutschen Positionen hat Gießen absolute Schlüsselspieler verloren. Da waren sie in der letzten Saison für einen Aufsteiger extrem gut besetzt. In der letzten Saison ist für die 46ers sehr viel sehr gut gelaufen. Denis Wucherer hat in den vergangenen Jahren einen überragenden Job gemacht, die richtigen Spieler für wenig Budget zu verpflichten und richtig einzubauen. Darauf vertraue ich auch dieses Jahr. Am Ende werden die Gießener nicht mehr so nah an den Playoffs dran sein, mit dem Abstieg haben sie meiner Meinung nach aber auch nichts zu tun.“

Name Alter Nationalität Position
Joshiko Saibou 26 GER Point Guard
Maurice Pluskota 24 GER Power Forward
Andreas Obst  20 GER Shooting Guard
Cameron Wells  27 USA Point Guard 
Benjamin Lischka 27  GER  Power Forward
Thomas Scrubb 24 CAN Small Forward
Marco Völler 27 GER Power Forward
Justin Sears 22 USA Power Forward 
Dwayne Evans  24 USA  Shooting Forward
Skyler Bowlin 27 USA Point Guard
Jahenns Manigat  25 CAN Shooting Guard
Simon Kutschmar 19 GER Point Guard
Matrin Jeffrey 22 GER Point Guard
Alen Pjanic 19 GER Small Forward