easyCredit BBL Turkish Airlines EuroCup NBA

Season Preview

15. September 2016

s.Oliver Würzburg: Macht's noch einmal!

Von Fabian Wenninger

In unserer Vorschau-Serie haben wir die begehrten Playoff-Plätze erreicht. Dort landeten in der vergangenen Saison zur Überraschung aller Experten auch die s.Oliver Baskets. Mit neuem Namen, hochkarätigen Neuverpflichtungen und bewährtem Kern will Würzburg erneut angreifen. 


Mit Basketball aufgehört. Die Baskets in Würzburg sind Geschichte. Der Namenszusatz wurde aus dem Vereinstitel gestrichen, s.Oliver Würzburg prangt jetzt auf dem neuen Logo. Dreht sich in Würzburg also ab sofort alles nur noch um Mode? Nicht unbedingt. Unter dem Schriftzug haben die Grafikdesigner geschickt einen Korb samt Ball platziert. Und nicht nur langjährige Branchenkenner wissen: Der Basketball existiert natürlich weiter in Würzburg.

Einer dieser Kenner ist Kresimir Loncar. Seit 16 Jahren tummelt sich der Kroate mit deutschem Pass nun schon auf den Basketball-Courts dieses Kontinents. Italien, Ukraine, Russland, Spanien, zuletzt Berlin – Loncar hat viel gesehen, viele Momente aufgesaugt. Jetzt ist der Veteran zurück an dem Ort, wo seine Reise begann. 2000 war das - damals übrigens noch bei der DJK Würzburg. „Wir sind äußerst dankbar dafür, dass Kresimir Loncar und seine Familie sich entschieden haben, nach Würzburg zurückzukehren“, betont Geschäftsführer Steffen Liebler.

Neben Rückkehrer Loncar quartierten sich auch noch Vladimir Mihailovic (Ex-Tübingen) und Jake Odum (Ex-Bayreuth) für die nächste Saison in der s.Oliver Arena ein. Beide haben der BBL in der vergangenen Spielzeit bereits ihren Stempel aufgedrückt. Jetzt wollen sie bei einem Playoff-Anwärter den nächsten Schritt machen. Denn das ist Würzburg trotz der Veränderungen laut Telekom-Basketball-Kommentator Markus Krawinkel geblieben: „Ein klarer Playoff-Kandidat.“
 


Hat gut lachen. Denn mit dem Transfer-Sommer dürfte Douglas Spradley mehr als glücklich sein, er konnte den totalen Ausverkauf verhindern. Stattdessen verlängerte er mit Leistungsträgern wie Lamonte Ulmer oder Brendan Lane und präsentierte kluge Neuverpflichtungen. In Würzburg liegen sie ihm nach dem Wiederaufstieg 2015 und dem Rekordstart samt Playoff-Einzug im letzten Jahr zu Füßen. Zweifelsohne hat der 50-jährige Amerikaner Begehrlichkeiten geweckt. Dass er seinen Platz in der Coaching-Zone räumt, kommt für ihn aber nicht infrage. „Meine Mission hier ist noch nicht zu Ende“, sagte er, als er seinen Vertrag im Januar vorzeitig ausdehnte.


Hat mit Würzburg noch viel vor: Headcoach Doug Spradley

Ein typischer Spradley. Von Kurzarbeit hält er ohnehin nichts. Seit 2001 coacht er in Deutschland. Acht Jahre in Paderborn, vier Jahre in Bremerhaven. Seit 2014 hält er jetzt in Würzburg die Zügel in der Hand. „Wir sind mit unserer sportlichen Entwicklung auf einem guten Weg und haben viele Möglichkeiten, noch mehr zu erreichen.“
 


Spielen unter Spradley traditionell eine gewichtige Rolle. Vor allem natürlich der Königstransfer Kresimir Loncar, der unter dem Korb gesetzt ist. „Er ist ein überragender Spieler für Würzburger Verhältnisse“, bewertet Markus Krawinkel die Verpflichtung des Rückkehrers. Maurice Stuckey und Sebastian Betz gehen bereits in ihre vierte Saison bei den Unterfranken. Seine Scoring-Fähigkeiten haben Stuckey in der vergangenen Saison unverzichtbar gemacht. Besonders in der Crunchtime wanderte der Ball immer wieder zu Stuckey. Betz muss sich solche Situationen erst einmal aus einem anderen Winkel anschauen. Vor ein paar Tagen zog sich der Forward im Training eine schwerwiegende Verletzung am Sprunggelenk zu. Er fällt längere Zeit aus. Profitieren könnte davon Jungspund Max Ugrai, der sich seinen Platz in der Rotation in der Vorsaison erspielt hat. Für Betz selbst rückt übergangsweise Felix Hoffmann aus der ProB auf. Der 27-Jährige dürfte aber – ähnlich wie die Youngster Georg Voigtmann und Lukas Wank – nur wenige Minuten auf dem Feld sehen.
 


Weil Würzburg wie kaum ein anderes Team für Überraschungen gut ist. Letzte Saison legten die Baskets den besten Saisonstart eines Aufsteigers hin, fuhren unter anderem nach ihren Auswärtstrips in Ulm, Frankfurt, Oldenburg und Berlin mit breitem Grinsen wieder nach Hause. Apropos Zuhause: Die heimische s.Oliver-Arena zählt zu den lautesten Arenen des Landes. Die Atmosphäre kocht, selbst vor dem Bildschirm ist das spürbar. Für die Topteams wird es in der „Turnhölle“ immer unangenehm.
 


Telekom-Basketball-Kommentator Markus Krawinkel

Würzburg ist ein klarer Playoff-Kandidat.

„Es würde mich sehr wundern, wenn Würzburg die Playoffs nicht erreicht. Zwar haben sie mit Dru Joyce den Alltime-Assist-Leader abgeben, aber einen Spieler geholt, der mir letzte Saison richtig gefallen hat: Jake Odum aus Bayreuth. Ein John-Stockton-Typ, für den nur harte Arbeit zählt. Auch Mihailovic hat eine exzellente Saison gespielt und ist bereit für den nächsten Schritt. Und mit Kresimir Loncar ist ein absoluter Königstransfer zurück nach Würzburg gekommen. Er ist ein deutliches Upgrade auf der Center-Position. Sicherlich wird es auch darauf ankommen, wie er das junge Team führt. Der Überraschungs-Effekt ist weg, aber dafür haben alle mindestens schon ein Jahr Bundesliga-Erfahrung. Würzburg ist ein klarer Playoff-Kandidat."
 

Name Alter Nationalität Position
Charles Barton 24 USA Point Guard
Vladimir Mihailovic 26 MNE Shooting Guard
Max Ugrai 21 GER Forward
Maurice Stuckey 26 GER Shooting Guard
Sebastian Betz 31 GER Forward
Kresimir Loncar 33 GER Power Forward
Jake Odum 25 USA  Point Guard
Lamonte Ulmer 29 USA Small Forward 
Brendan Lane 25 USA Power Forward/Center
Georg Voigtmann 21 GER Power Forward
Marshawn Powell 26 USA Power Forward 
Lukas Wank 19 GER Small Forward 
Felix Hoffmann 27 GER Small Forward