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18. September 2016

EWE Baskets Oldenburg: Ghostrider geht anders

Telekom Basketball Redaktion

Von Telekom Basketball Redaktion

Der Vorjahreszweite der Hauptrunde setzt nach dem frühen Playoff-Aus auf Kontinuität. Zusammenhalt und Konzentration sollen die Schlüssel im System sein. Noch hat aber nicht jeder im Team seine Rolle gefunden.

Getrauert. Um den so jung verstrobenen Playoff-Run der letzten Saison. Um Robin Smeulders Rücken. Oder um den Filmgeschmack der Stadt (Nicolas Cage hat vor wenigen Tagen einen Stern auf dem Oldenburger „Walk of Fame“ erhalten). Wenn es in der Offseason Neuigkeiten gab, dann waren sie meist schlecht (Nicolas Cage sprach übrigens auch über neue Film-Projekte).

Doch im Gegensatz zu vielen Trauernden hat man in Oldenburg offensichtlich die Phasen „Wut“, „Verzweiflung“ (im Fachjargon auch „Ghostrider“) und „blinden Aktionismus“ (siehe „Ghostrider“) aus dem Stand übersprungen und ist bei Akzeptanz und Adaption für die Zukunft angelangt. Der Kader wurde zu allergrößten Teilen zusammengehalten, Neuzugänge sollen vor allem zur Teamchemie passen.

Mit Frantz Massenat (MBC) und Dirk Mädrich (Bonn) wurden bekannte Gesichter aus der BBL geholt, mit Maxime de Zeeuw (Nymburg, Tschechien) der ehemalige Kapitän der belgischen Nationalmannschaft, der trotz hervorragender Anlagen immer wieder mit seiner Konstanz zu kämpfen hat. Die Devise lautet: „Wichtig ist, dass es menschlich passt, die großen Namen gibt’s woanders.“ Kein Wunder, dass Nicolas Cage da war.

Ist kein Fan von Hollywood-Streifen. Mladen Drijencic setzt auf Althergebrachtes. Die Spieler sollen auf und neben dem Court zueinander passen, für Spektakel ist das All-Star Wochenende da und die zurückgehende Haarpracht wird mit Stolz getragen.


Will's machen wie immer: Mladen Drijencic.

Über die letzte Saison hat sich der 51-Jährige zum Top-Trainer entwickelt. Es gibt keinen Grund, an seinem Erfolgskonzept etwas zu ändern: Als höchste Priorität gab der Bosnier an, die Neuen so schnell wie möglich zu integrieren. Doch auch wenn Drijencic kein Fan von Special Effects und Feuerwerk ist, vor dem Einsatz moderner Technik schreckt er nicht zurück: Maxime de Zeeuw wurden während der Offseason die Playbooks der EWE Baskets per Video übermittelt. Ob allerdings per VHS, ist nicht klar.

Sind noch im Casting. Niklas Wimberg ist das Edeltalent, das noch auf eine echte Rolle wartet. Dominik Lockhardt hat in der abgelaufenen Saison den nächsten Schritt gemacht, der Coach erwartet sich aber noch mehr Bühnenpräsenz. Und Dirk Mädrich muss erst zeigen, ob er genau so ein guter Stand-In für Brian Qvale sein kann, wie Robin Smeulders es war. Und der war teilweise oscarreif:

Weil wir von Nicolas Cage genug haben. Nicht noch eine entlegene Figur, deren Motive und Handeln niemand versteht und dessen Charme sich ungefähr auf dem Level einer gemeinen Hausstaubmilbe befindet. Back to the basics. Liebevolle, harte, ernstgemeinte Arbeit. Das sind die EWE Baskets Oldenburg. Und sie sind sehr erfolgreich dabei. Das sieht vielleicht nicht immer aus wie Hollywood, ist aber auch gut so.

Telekom-Basketball-Kommentator Arne Malsch

Ich schätze Oldenburg nicht ganz so stark ein wie letzte Saison.

„Oldenburg hatte letztes Jahr großes Glück mit den Neuverpflichtungen. Die Chemie war extrem wichtig für das Team, ich bin gespannt, ob sie das dieses Jahr wieder schaffen. Drijencic muss da viel übernehmen. Die Neuzugänge machen Sinn, müssen sich aber erst beweisen. Ich schätze sie insgesamt nicht ganz so kompakt und deshalb auch nicht ganz so stark wie letzte Saison ein.“

Name Alter Nationalität Position
Philipp Schwethelm 27 GER Forward
Chris Kramer 28 USA Guard
Rickey Paulding 33 USA Forward
Dominic Lockhart 22 GER Guard
Jan Niklas Wimberg 20 GER Forward
Dirk Mädrich 33 GER Center
Frantz Massenat 24 USA Guard
Dennis Kramer 24 GER Forward
Vaughn Duggins 29 USA Guard
Marco Bacak 20 GER Forward
Brian Qvale 27 USA Center
Maxime de Zeeuw 29 BEL Forward