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Interview

19. Oktober 2016

Anton Gavel: „Spanische Liga war früher stärker!“

Von Florian Schmidt-Sommerfeld
@Schmiso

UCAM Murcia heißt der Bayern-Gegner am Mittwoch im Eurocup (live ab 19:40 Uhr bei Telekom Basketball).

Bayerns Point Guard Anton Gavel hat zwei Jahre in Murcia gespielt und spricht im Telekom Basketball Interview Klartext. Gavel sagt: Die spanische Liga war früher stärker, Bayern muss Murcias Point Guard stoppen und ein Sieg ist Pflicht.

Telekom Basketball: Anton Gavel, mit ein bisschen Abstand: Der Sieg mit 39 Punkten gegen den Alba Berlin am Sonntag – wie habt ihr das gemacht?

Anton Gavel: Wir haben dann gute Defense gespielt, offensiv den Ball gut bewegt, mehrere Scorer in Szene gesetzt. Man muss schon sagen: Das war ein komplettes Spiel.

Wie nimmt man den Schwung mit für das Spiel gegen UCAM Murcia am Mittwoch?

Wir stehen im Eurocup bei 0-1. Im internationalen Wettbewerb bekommt man nicht so viele Chancen. Es ist fast Pflicht alle Heimspiele zu gewinnen. Wir werden versuchen, die starke Leistung zu wiederholen.

Was genau solltet Ihr mitnehmen?

Vor allem in der Offense haben wir wirklich gute Entscheidungen getroffen. Wir haben die Pick and Roll Verteidigung von Alba ab dem zweiten Viertel wirklich gut gelesen. Defensiv müssen wir aber einen noch besseren Job machen.

Anton Gavel

Die spanische Liga war damals insgesamt noch ein Stückchen stärker.

Sie haben von 2006 bis 2008 selbst in Murcia gespielt. Welche Erinnerungen an die Zeit sind geblieben?

Die Mannschaft hat sich komplett geändert, der Verein hat einen Sprung nach vorne gemacht. Sie haben letztes Jahr Playoffs gespielt, wir haben damals immer gegen den Abstieg gekämpft. Man muss aber sagen: Die spanische Liga war damals insgesamt noch ein Stückchen stärker. Trotzdem: Ich habe damals gegen hervorragende Leute gespielt. Ich kam direkt aus Gießen, das war eine gute Schule für mich. Im Nachhinein kam das wahrscheinlich ein bisschen zu früh, aber ich habe gute Erinnerungen.

Auch den Schritt nach Deutschland haben sie sehr früh gewagt, mit 15. Mit 21 waren Sie aber noch nicht bereit für die beste Liga Europas?

Ich denke, das war ich noch nicht, das muss ich ehrlich zugeben. Trotzdem bin ich froh über die Entscheidung, es war eben damals schon die stärkste Liga in Europa, heute auch noch. Ich durfte dort zwei Jahre spielen, in meinem ersten Jahr zum Beispiel gemeinsam mit Goran Dragic. Das war definitiv eine gute Sache.

Die spanische Liga war damals stärker als heute?

Auf jeden Fall. In den zwei Jahren habe ich wahrscheinlich insgesamt nur drei Auswärtsspiele gewonnen. Es war echt überall schwer. Mannschaften wie Joventut de Badalona mit Ricky Rubio und Rudy Fernandez haben damals den EuroCup gewonnen. Das ist nur ein Beispiel für Mannschaften, die damals besser waren.

Anton Gavel

Die Mannschaft steht und fällt mit dem Point Guard Facundo Campazzo.

Welche Besonderheiten hat UCAM Murcia?

Das ist glaube ich die zweitwärmste Stadt Spaniens. Das Wetter war hervorragend (lacht).

Sie freuen sich schon auf die Auswärtsreise.

Das kann man so sagen (lacht). Der Lebensstil ist komplett anders als hier. Alles sehr legere, Siesta und so weiter. Das war alles lockerer.

Kennen Sie noch irgendwen?

Keine Spieler, nur Physios und Zeugwarte.


Welchen Basketball spielt die aktuelle Mannschaft von Murcia?

Die Mannschaft steht und fällt mit dem Point Guard Facundo Campazzo. Er spielt seit Jahren Basketball auf einem extrem hohen Niveau. Ob bei der Nationalmannschaft oder in Murcia – er hat dem Spiel überall seinen Stempel aufgedrückt. Er ist der Kopf der Mannschaft und war im letzten Spiel wirklich gut drauf, in Madrid haben sie gegen Real nur knapp verloren. Ich will den anderen Spielern nicht die Qualität absprechen, aber auf ihn muss man sich konzentrieren.

Campazzo hat gegen Real Madrid überragende 14 Assists aufgelegt. Sie sind der Point Guard auf der anderen Seite, werden ihn stoppen müssen. Wie gehen Sie das an?

Man muss sich viele Spiele von ihm anschauen, aber ihn alleine zu stoppen, wird natürlich schwer. Wir haben genug Leute, die dabei helfen werden. Wir wollen seine Wege so schwer wie möglich machen.