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Hagen-Insolvenz

19. Oktober 2016

Update: Null Punkte, null Kohle! Phoenix Hagen stellt offiziell Antrag auf Insolvenz

Telekom Basketball Redaktion

Von Telekom Basketball Redaktion

Vorsicht, es folgt Juristendeutsch! Phoenix Hagen hat heute beim zuständigen Amtsgericht in Hagen Antrag auf ein Insiolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat dem Antrag entsprochen. 

Und das heißt?

Phoenix Hagen ist nicht mehr in der Lage, den laufenden Betrieb aus eigener Kraft finanziell zu stemmen. Zwar ist noch Geld da und es fließen auch weiterhin noch Einnahmen, zum Beispiel aus dem Ticketverkauf, aber das reicht alles nicht aus, um sowohl die laufenden Kosten zu decken, als auch die Rückzahlung der Schulden zu leisten. 

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bedeutet jetzt vereinfacht, dass Phoenix Hagen zwar seinen Sanierungskurs weiterbestreiten kann, aber nicht ohne dass ein unabhängiger Sachwalter ihnen dabei auf die Finger klopft. Außerdem übernimmt die Bundesagentur für Arbeit für die nächsten Wochen die Zahlung der Löhne und Gehälter an die Trainer, Spieler und Angestellten des Clubs. 

Eine Rechtsanwaltskanzlei wird der Geschäftsführung von Phoenix Hagen beratend zur Seite stehen. Übrigens dieselbe, die schon die Insolvenz von Brandt Hagen im Jahr 2003 begleitet hat. Schon jetzt machen die Beteiligten allerdings klar, dass es zusätzlicher Einnahmen von Sponsoren und durch den Ticketverkauf bedürfe, um die Sanierung erfolgreich zu schaffen. 

Mit diesem Schritt will Phoenix Hagen die Saison noch zu Ende spielen. Die easyCredit BBL hat bereits angekündigt, dass dadurch mindestens vier Punkte Abzug drohen. Der Abstieg in die Pro A ist nahezu unvermeidlich und wird von Phoenix Hagen sogar angestrebt. Im Basketballunterhaus wollen sich die flügellahmen Feuervögel neu aufstellen und den raschen Wiederaufstieg in Angriff nehmen. 

Das Spiel am Samstag bei den Telekom Baskets in Bonn wird definitiv ausgetragen, wie auch die weiteren 28 Saisonbegegnungen stattfinden sollen. Zu erwarten ist, dass sich der Club von einigen Spielern und eventuell auch vom Trainergespann Ingo Freyer und Steven Wriedt trennen wird. Weitere Details sollen morgen Nachmittag auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden. Bis dahin wollen sich alle Beteiligten nicht gegenüber den Medien äußern. 

Phoenix Hagen hat alle fünf bisherigen Spiele verloren. Die Mannschaft ist wegen Verletzungen ersatzgeschwächt und zeigte sich zuletzt extrem verunsichert. Die Fangruppierungen von Phoenix Hagen haben allerdings angekündigt, dass sie Spieler, Trainer und ehrenamtliche Helfer des Clubs nicht im Stich lassen werden. Auch wenn das Schiff Phoenix Hagen sinkt - die Kapelle spielt bis zum Schluß!