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19. September 2016

Fraport Skyliners: Sie werden schlechter sein

Von Christopher Meltzer
@Meltzinho

Vor wenigen Monaten hat Frankfurt die Bundesliga aufgemischt und den FIBA Europe Cup gewonnen. Das wird nicht wieder passieren. Die Hauptfiguren Voigtmann, Barthel und Theodore sind in Europa mit Geldscheinen überhäuft worden. Die Nachrücker sind sehr talentiert, aber auch unerprobt. Stefan Koch prophezeit: „Frankfurt hat keine Playoffchance.“

Pressemitteilungen verschickt. Die meisten davon vermutlich mit Zähneknirschen. Danilo Barthel, Johannes Voigtmann und Jordan Theodore sind weg. Konstantin Klein und Aaron Doornekamp auch. Das muss öffentlich kommuniziert werden. Ein Vergnügen ist das freilich nicht, schließlich haben diese Spieler Frankfurt ins BBL-Halbfinale geführt und den Fiba Europe Cup gewonnen.

Drei Jahre haben die Skyliners an dieser Mannschaft getüftelt, in diesem Sommer ist sie zerfallen. Die europäischen Spitzenklubs haben Frankfurt geplündert. Voigtmann spielt nun in Vitoria, Barthel in München und Theodore in Bandirma. Für sie ist das ein sportlicher Aufstieg, vor allem aber auch ein finanzieller. Erfolg macht eben begehrt.

Telekom-Basketball-Kommentator Stefan Koch

Frankfurt muss den Prozess neu starten.

Nur drei Leistungsträger der Erfolgsteams sind noch verblieben: Quantez Robertson, Mike Morrison und Philip Scrubb. Letzterer fällt aber aus – vielleicht sogar für Monate. Das Knie des kanadischen Guards macht Probleme. Einspringen soll, das verraten die Pressemitteilungen, zwei US-Amerikaner: Antonio Graves und Markel Starks. 

Fehlt auch erstmal. Gordon Hertbert ist am Rücken operiert worden, den Saisonstart wird er verpassen. Das verrät der Internetauftritt der Skyliners. Drei Sätze sind dort aneinandergereiht, schlicht verpackt in nur vier Zeilen. Die Aufmachung des Eintrags passt nicht in das gewöhnliche PR-Konzept eines modernen Profisportvereins. Über dem Artikel thront kein knalliges Bild, der Text ist nicht mit den blumigen Worten eines Verantwortlichen unterfüttert. In Frankfurt haben sie ganz offensichtlich genug von den schlechten Nachrichten.


Wird in diesem Jahr Geduld beweisen müssen: Gordon Herbert.

Dabei ist Gordon Herbert ein Hoffnungsträger. Er hat innerhalb von drei Jahren eine Mannschaft hervorgebracht, die es mit den finanziellen Vorreitern Bamberg, Bayern und Berlin aufnehmen konnte. Ihm ist zuzutrauen, das erneut zu schaffen, wenn er denn will. Man könnte auch sagen: Der eigentliche Patient in Frankfurt ist derzeit nicht der operierte Herbert, sondern seine Mannschaft.

Sind nicht mehr so gut. Danilo Barthel und Johannes Voigtmann spielten famos, in Frankfurt sind sie zu Nationalspielern gereift. Auch Konstantin Klein tastete sich an die Auswahl heran. Das Gesetz der BBL besagt: Um erfolgreich zu sein, braucht man nicht die besten Ausländer, sondern die besten Deutschen. Dazu zählen die neuen Frankfurter nicht. Zumindest noch nicht.

Die Center Daniel Mayr und Mahir Agva sind 21 und 20. Mayr kommt aus München, hat dort aber kaum gespielt. Agva kommt aus Tübingen, hat dafür aber schon viel gespielt. Spielmacher Isaac Bonga ist gar erst 16 Jahre alt. Und dann ist da natürlich Niklas Kiel, Jahrgang 1997, eine der größten Prophezeiungen des deutschen Basketballs.

Gerade erst haben die Skyliners ihre deutsche Elite verloren, schon basteln sie an der nächsten Generation. Dass das Zeit beansprucht, wissen sie in Frankfurt nur zu gut.

Weil das Multitalent Quantez Robertson sich mit solchen Aktionen in unsere Top10 katapultiert - und dabei nur von Dirk Nowitzki persönlich übertroffen wird:

3576 | Dusko Dance Teil 2 - Die Top10, Woche 18!

Und weil in Frankfurt die nächste Generations des deutschen Basketballs die Bundesliga betritt.

Telekom-Basketball-Kommentator Stefan Koch

Kurzfristiger Erfolg um jeden Preis widerspricht der Frankfurter Philosophie.

„Ich glaube, dass Frankfurt in diesem Jahr keine große Playoffchance hat. Ich sehe sie im Niemandsland der Tabelle. Die Mannschaft hat einfach zu viel verloren. Mahir Agva hat in Tübingen eine gute Rolle gespielt, mal schauen, ob er das auch in Frankfurt umsetzen kann. Es sind viele talentierte Spieler nachgekommen, die aber ihre Zeit brauchen werden, um diese Rollen einzunehmen. Frankfurt muss den Prozess neu starten. Sie müssen die Spieler an Bundesligaluft gewöhnen, die Mannschaft sukzessive stärker machen und dann wieder den Angriff starten. Nur so kann es in Frankfurt funktionieren. Kurzfristiger Erfolg um jeden Preis widerspricht der Frankfurter Philosophie.“

Name Alter Nationalität Position
Markel Starks 25 USA Guard
Mahir Agva 20 GER Center
Tim Oldenburg 24 GER Center
Max Merz 22 GER Guard
Stefan Ilzhöfer 21 GER Forward
Garai Zeeb 19 GER Guard
Daniel Mayr 21 GER Center
Isaac Bonga 16 GER Guard
Antonio Graves 31 USA Guard
Quantez Robertson 31 USA Guard
Mike Morrison 26 USA Center
Philip Scrubb 23 CAN Guard
Shavon Shields 22 USA Forward
Niklas Kiel 19 GER Forward