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BBL-Sonntag

2. Oktober 2016

Alles wieder cool(ey) in Ludwigsburg

Telekom Basketball Redaktion

Von Telekom Basketball Redaktion

Ludwigsburg findet gegen Bonn wieder zurück in die Spur. Bayreuth triumphiert im Frankenderby, während sich Frank Menz verzockt. Die FRAPORT SKYLINERS schnappen sich den ersten Saisonsieg, Phoenix Hagen bekommt von Science City eine Lehrstunde erteilt – und ein Altmeister durchbricht eine Schallmauer. Der Auftakt des dritten Spieltags in der Übersicht.


FRAPORT SKYLINERS VS EISBÄREN BREMERHAVEN 84:79 (36:29)
Top-Scorer: Shavon Shields (21) – Quincy Diggs (19)
Top-Rebounder: Quantez Robertson (9) – Quincy Diggs, Ivan Elliot (beide 7)
Top-Assistgeber: Max Merz, Quantez Robertson (je 4) – Jordan Hulls (5)

PHOENIX HAGEN VS SCIENCE CITY JENA 70:83 (24:43)
Top-Scorer: David Bell (20) – Marcos Knight (17)
Top-Rebounder: Owen Klassen (11) – Immanuel McElroy (10)
Top-Assistgeber: Trend Plaisted (4) – Marcos Knight (5)

GIESSEN 46ERS VS BASKETBALL LÖWEN BRAUNSCHWEIG 80:62 (38:38)
Top-Scorer:
Dwayne Evans (15) – Dyshawn Pierre (15)
Top-Rebounder: Justin Sears (9) – Pierre (8)
Top-Assistgeber: Skyler Bowlin, Cameron Wells (je 3) – Carlos Medlock (6)

MEDI BAYREUTH VS S.OLIVER WÜRZBURG 83:71 (42:28)
Top-Scorer:
Steve Wachalski (20) – Vladimir Mihailovic (18)
Top-Rebounder: Wachalski (6) – Lamonte Ulmer (9)
Top-Assistgeber: Kyan Anderson (8) – Jake Odum (9)

MHP RIESEN LUDWIGSBURG VS TELEKOM BASKETS BONN 82:68 (43:31)
Top-Scorer:
Jack Cooley (17) – Ryan Thompson (20)
Top-Rebounder: Cooley (10) – Julian Gamble (8)
Top-Assistgeber: Bazoumana Kone (6) – Yorman Polas Bartolo, Josh Mayo (je 4)


Nicht einmal 48 Stunden nach der überraschenden Pleite gegen Göttingen haben sich die MHP RIESEN Ludwigsburg wieder zurückgemeldet. Im Duell mit Playoff-Anwärter Bonn spielte sich ein Neuzugang in den Vordergrund.

Alles andere als neu ist Steve Wachalski in der BBL. Seit 2010 tummelt sich der Veteran nun schon in der Liga herum, am wohlsten fühlt er sich in Oberfranken. Dort gewann heute medi bayreuth das Duell mit dem fränkischen Rivalen s.Oliver Würzburg. Der Matchwinner? Steve Wachalski mit 20 Punkten, davon vier von vier Treffern „from downtown.“

Ein rabenschwarzes Wochenende erlebten dagegen die Basketball Löwen Braunschweig. Erst am Freitag hatte es eine 48:96-Ohrfeige gegen die – schon wieder – erschreckend guten Bamberger gegeben. Zwei Tage zitterten die Löwen immer noch und gingen in Gießen unter. Das dürfte dem neuen Head Coach Frank Menz so gar nicht geschmeckt haben.

Hatten die Löwen das ganze Wochenende stumpfe Krallen, so waren die Finger der Eisbären Bremerhaven ebenso flutschig. Elf Ballverluste hatten sie gegen die FRAPORT SKYLINERS bereits zur Halbzeit vorzuweisen, teilweise durch hanebüchene Abspielfehler in Pick&Roll-Situationen. Die Skyliners konnten so schnell auf über 10 Punkte davonziehen, das jüngste Team der Liga musste aber zum Ende des 2. Viertels Lehrgeld zahlen, Bremerhaven kam ran. Der 7-Punkte-Vorteil schnell in Q3 weg, konnten die jungen Frankfurter sich aber beeindruckend zurückkämpfen und den Vorsprung zum Ende des Viertel wiederherstellen. Im letzten Durchgang wurden die Eisbären dann endgültig auf der Eisscholle aufs offene Meer gekickt, sehr viel spannender als das eigentlich hätte sein müssen zwar, doch am Ende macht das junge Frankfurter Team einen wichtigen Sieg klar. Überragender Mann: Rookie Shavon Shields.

Arbeit, harte Arbeit beim Duell der beiden Abstiegskandidaten Hagen und Jena. Während das erste Drittel vor allem ein Backstein-Festival auf beiden Seiten war, konnte der Aufsteiger aus Jena in einem spielerisch wesentlich besseren Q2 schnell auf mehr als 10 Punkte davonziehen. Die BBL-erfahrene Truppe von Coach Björn Harmsen zeigte den jungen Hagenern gerade gegen Ende der 1. Halbzeit mal ordentlich wie der Vogel fliegt. Mit 17 Punkten gewannen sie das zweite Viertel. Danach kam Phoenix nie zurück in die Partie.


Die Anhänger der MHP RIESEN Ludwigsburg rieben sich verwundert die Augen. Es dürfte ihnen vorgekommen sein wie ein Déjà-vu. Ein hochaufgeschossener, kräftig gebauter weißer Typ mit Drei-Tage-Bart sprintet von Korb zu Korb. Er punktet, er reboundet, er hechtet sich nach jedem Ball. Klingt sehr verdächtig nach Jon Brockman. Doch der Publikumsliebling hat die Riesen im Sommer bekanntlich verlassen. Dafür holte Head Coach John Patrick ein neues Biest, dass unter den Körben regieren und das frühere Alphatier ersetzen soll. Dieses Biest heißt Jack Cooley und sieht seinem Vorgänger nicht nur optisch verblüffend ähnlich, sondern lieferte gegen Bonn auch erstmals den Beweis ab, dass er ein würdiger Nachfolger sein kann. Sein Wohnzimmer unter den Ringen hatte Cooley bestens im Griff (10 Rebounds), zudem harmonierte er ein ums andere Mal prächtig mit Spielmacher Kone. Die Folge? 17 Punkte, einige Punkte davon durch krachende Dunks.

Dank Cooley ist die unnötige Pleite gegen Göttingen bei den Ludwigsburger Fans längst wieder Schnee von vorgestern.


Die vergangenen Auftritte der Basketball Löwen Braunschweig. Genauer gesagt die zwei Vorstellungen der letzten 48 Stunden. Zunächst die Lehrstunde von Bamberg, heute die Pleite bei den Gießen 46ers. Frank Menz, seit dem Sommer neuer Löwen-Dompteur, hat sein Rudel noch nicht unter Kontrolle. Keine Frage: Die Niederlage gegen Bamberg hatte Menz einkalkuliert. Noch unter der Woche hatte er der „Braunschweiger Zeitung“ offenbart, dass er seine Vorbereitung auf das anstehende Wochenende deshalb ausschließlich auf die 46ers ausrichtet. Eine Halbzeit hielten die Löwen das Spiel noch offen (38:38). Anschließend brachen sie jedoch komplett ein. Nur noch mickrige 24 Punkte bei einer insgesamt miserablen Dreier-Quote (4/20) lassen nur ein Braunschweiger Fazit zu: Menz hat sich ordentlich verzockt.


Niklas Kiel. Wenn der 19-jährige Power Forward so weiter macht, müssen sich die Skyliners um die Zukunft keine Sorgen machen. Im ersten Viertel in 4:30 Minuten 9 Punkte + Assist und Steal, das nennt man Energie von der Bank. Vielleicht ja bald schon nicht mehr, denn auch mit seinen jungen deutschen Nebenleuten harmoniert er, wie hier mit Center Mahir Agva.


Das Geballer bei Phoenix Hagen. Zumindest ein bisschen. Ingo Freyers System begünstigt und bestärkt viele Würfe, auch aus schlechteren Positionen, aber Quoten von 32 % bei 2P-Würfen und 28 % bei Dreiern dürften auch dem Coach zu bunt sein.


Punkte, Punkte, Punkte! An diesem Sonntag wurden gleich drei Schallmauern durchgebrochen.
Frankfurts Antonio Graves knackte den Meilenstein von 1000 Karrierepunkten. Als Tüpfelchen auf dem „i“ gab es den ersten Saisonsieg für die Skyliners. Auch Steve Wachalski trat beim Sieg seiner Bayreuther über Würzburg dem „1000er-Club“ bei.
Zu guter Letzt verneigen wir uns aber vor dem Amerikaner, der die BBL in diesem Jahrtausend geprägt hat wie kaum ein anderer Ausländer. Zweifacher MVP, dreifach als bester Offensivspieler ausgezeichnet und 1653 Mal den Swag aufgedreht – die Rede ist von Julius Jenkins. Im zarten Alter von 35 Jahren hat Jenkins im Dress von Science City Jena heute die magische Marke von 5000 Punkten geknackt. In 51 Jahren Liga-Geschichte ist das zuvor nur 15 anderen Spielern gelungen. „Sweet Sixteen“ mit 35 – Gratulation Mr. Jenkins!