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Season Preview

20. September 2016

ratiopharm ulm: We are family!

Von Fabian Wenninger

Die vergangene Saison hielt viele Überraschungen parat. Nur die allerwenigsten hatten dabei ratiopharm ulm auf dem Zettel. Der Kern ist zusammengeblieben, vertraute Gesichter dazugestoßen. Ulm will beweisen, dass der Sturm ins Finale kein Zufall war.


Die Familienplanung vorangetrieben. Privat und sportlich. Chris Babb und Karsten Tadda sind Papa geworden, bei Tim Ohlbrecht ist es im Frühjahr soweit. Und Per Günther gab seiner Jugendliebe Leonie das Ja-Wort. Doch so ganz ohne Sport hielt es Günther bei der Hochzeit auch nicht aus:

Günther, der Neu-Ehemann, ist gleichzeitig aber auch Kopf einer siebenköpfigen Familie. Eine Familie, die in der letzten Spielzeit für viel Furore gesorgt hat. Ulm zerpflückte die Großfamilien aus Oldenburg und Frankfurt, marschierte überraschend in die BBL-Finals. Im Familienduell mit den übermächtigen Brose Baskets verließen Ulm letztendlich die Kräfte. Schließlich hatte man sich nur zu siebt bis in die Finals durchgeboxt, gelegentlich half der jüngste Nachwuchs Joschka Ferner aus.
Für Basketball-Verhältnisse ist das eine ziemlich kleine Familie. Ulm musste für Zuwachs sorgen. Aus der umliegenden Verwandtschaft stießen Karsten Tadda und Braydon Hobbs (beide Gießen) dazu. Zudem kehrte Auswanderer Tim Ohlbrecht nach nur einem Jahr wieder zurück. Im tiefsten Sibirien war es ihm doch ein wenig zu kalt und einsam geworden. Vielleicht war es aber auch einfach nur die familiäre Nähe, die er vermisste.


Der Trainer Der Papa ist ein Urgestein. 2011 hat er die Ulmer Basketballer adoptiert – nur Ingo Freyer hat seine Hagener Phönix-Familie schon länger. Seitdem Leibenath zum Oberhaupt aufgestiegen ist, haben seine Hüpfer immer die Endrunde im Familienduell erreicht. Die Playoffs sind unter dem 41-Jährigen, der trotz seines Alters äußerst eloquent auftritt, jährliche Tradition, werden gefeiert wie ein Trip ins Disneyland.


Eloquent und erfolgreich: Headcoach Thorsten Leibenath

Letztes Jahr wäre er auf der Fahrt fast auf halber Strecke liegengeblieben. Der Gang klemmte arg zu Beginn. Auf den Pannenstreifen zurollend konnte Leibenath das frische Getriebe aber reparieren und düste mit seinen Kids auf der Überholspur Richtung Basketball-Paradies. In Ulm lieben sie ihn dafür.
Weil er seine Bande zusammengehalten und sogar Zuwachs bekommen hat, will Leibenath mit Ulm auch dieses Jahr im Familienduell weit kommen.

Thorsten Leibenath

„Wir treten auch an, um möglichst bald einen Titel nach Ulm zu holen.


Haben in Leibenaths WG viel zu sagen. Egal, ob es ums Abendessen, Taschengeld oder um die Wahl des Fernsehprogramms geht. Per Günther sorgt dafür, dass es kein Gezanke gibt. Er ist der große Bruder. Seit 2008 ist er schon Familienmitglied, hat auch schon eine Scheidung überstanden. Mit „Stiefvater“ Leibenath versteht er sich blendend.
Über die Rückkehr von Tim Ohlbrecht dürfte sich Günther besonders gefreut haben. Schon vor zwei Jahren haben sie zusammen perfekt harmoniert.

Karsten Tadda hat bereits fünf Titel im Familienduell eingeheimst, allerdings mit seinen Brüdern in Bamberg. Als Familien-Terrier soll er sich hauptsächlich auf seine Spezialfähigkeit konzentrieren: Eindringlinge (ver-)jagen.
Philipp Neumann wird Prügeleien unter Brüdern nach seiner Knieverletzung vermutlich langsam angehen. Joschka Ferner, der jüngste der Familienbande, steht vor dem Schritt von der Grundschule ans Gymnasium. Leibenath wird ihn dabei sicherlich unterstützen. Für Björn Rohwer dürfte dieser Schritt dagegen nur mit Nachhilfe zu stemmen sein.


Weil Familie Familie geblieben ist. In Ulm ist der Zusammenhalt besonders groß. Der Kern der Truppe kennt sich bereits, alte Verwandte haben sich dazugesellt. Papa Leibenath hat seine Bande im Griff. Und sollte er doch einmal keine Lösung parat haben, gibt es ja immer noch Per Günther.

4486 | In the Zone: Per Günthers 35-Punkte-Show, Korb für Korb.


Telekom-Basketball-Kommentator Frank Buschmann

Ulm ist wieder ein Halbfinalkandidat.

„Sie haben den Riesenvorteil, dass sie eingespielt sind. Tim Ohlbrecht, einer der wichtigsten Neuzugänge, kennt das System und den Coach. Per Günther ist der Kopf der Mannschaft, Karsten Tadda wird seine Rolle schnell finden. Dazu kommt Braydon Hobbs, der aussieht wie ein Schluck Wasser in der Kurve, aber einen unglaublichen Basketball-IQ hat, er hebt Ulm noch einmal auf ein höheres Level. Wenn sie gesund bleiben und die Neuen gut integriert werden, ist Ulm wieder ein Halbfinalkandidat.“

Name Alter Nationalität Position
Dominique Sutton 29 USA Forward
Tim Ohlbrecht 28 GER Center
Per Günther 28 GER Guard
Joschka Ferner 20 GER Forward
Raymar Morgan 28 USA Forward/Center
Karsten Tadda 27 GER Guard
Philipp Neumann 24 GER Center
Braydon Hobbs 27 USA Guard
Da'Sean Butler 28 USA Forward
Chris Babb 26 USA Guard/Forward
Augustine Rubit 27 USA Forward
Björn Rohwer 21 GER Center
Taylor Braun 25 USA Forward