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Nachbericht

23. September 2016

BBL-Auftakt: Die Causeur-Aktie ist gestiegen

Von Christopher Meltzer

Bamberg wütet wieder. Das sieht noch nicht so lecker aus wie im Vorjahr, Frankfurt kann dem Meister aber nichts entgegensetzen. Im Mittelpunkt steht der Wanamaker-Nachfolger Fabien Causeur - und der weiß zu gefallen. Auch in den anderen Hallen werden die Neulinge gefeiert. Alles Wichtige zum ersten Teil des BBL-Auftakts.


BROSE BAMBERG VS FRAPORT SKYLINERS84:55 (32:23)
Top-Scorer: Fabien Causeur (18) – Antonio Graves (12)
Top-Rebounder: Nicolo Melli (9) – Shavon Shields (7)
Top-Assistgeber: Causeur (6) – Starks (5)

RASTA VECHTA VS BASKETBALL LÖWEN BRAUNSCHWEIG59:72 (27:43)
Top-Scorer: Frank Gaines (18) – Dyshawn Pierre (16)
Top-Rebounder: Christian Standhardinger (8) – Pierre (8)
Top-Assistgeber: Scott Machado, Niklas Geske (jeweils 4) – Pierre, Carlos Medlock (jeweils 5)

s.OLIVER WÜRZBURG VS MHP RIESEN LUDWIGSBURG72:81 (37:42)
Top-Scorer: Jake Odum (17) – Alex Ruoff (25)
Top-Rebounder: Kresimir Loncar, James Southerland (jeweils 5) – Ruoff (6)
Top-Assistgeber: Odum (6) – Ruoff (5)

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Der Meister aus Bamberg ist wieder da – und die Erwartungen sind riesig. Viele erhoffen sich Wunderdinge. Und dann der erste Angriff: Elias Harris vergibt einen Sprungwurf, im Nachsetzen scheitert auch Nicolo Melli. Bamberg wirkte fast normal. Dann aber blockt Melli den Ball, vorne trifft er schließlich selbst. Eine Normalo-Leistung genügte am Ende, um mit 29 Punkten Vorsprung zu gewinnen. Nun sind die neuformierten Frankfurter kein Gegner. Sehen lassen kann sich das trotzdem.


Fabien Causeur. Die sind freilich nicht so viel wert wie jene von Brad Wanamaker, dem MVP. In Istanbul kassiert Wanamaker jetzt aber auch Millionen. Causeur, der Neuling, muss sich auf dem Markt erst noch beweisen. In Freak City sowieso. Dort dürften seine Aktien an diesem Abend jedoch Abnehmer gefunden haben. 18 Punkte hat der Franzose dem Bamberger Publikum geschenkt, sechs Vorlagen dazu. Auch die Defensive stimmte, nur die Dreierquote (25 Prozent) noch nicht.

Es sind diese sportlichen Prozentzahlen, die Andrea Trinchieri interessieren. Bambergs Cheftrainer will sie nach oben treiben. Er selbst hat nämlich schon früh in Causeur-Aktien investiert. Seit Februar hat Bamberg an dem Spielmacher gebaggert. Auf Nachfrage von Telekom Basketball sagte Trinchieri: „Wir mussten es aber geheimhalten.“ Wie es sich für einen guten Geschäftsmann eben gehört.


Das letzte Jahr hat Alex Ruoff in Bilbao verbracht. Den Unterschied hat er dort nicht ausgemacht. Sportlich enttäuschte er vielmehr. Ganz offensichtlich hat der US-Amerikaner aber nicht verlernt, wie man sich benehmen muss, nachdem man ein Spiel entschieden hat. 25 Punkte hat Ruoff, der Neu-Ludwigsburger, zum 81:72-Auswärtssieg in Würzburg beigesteuert. Auch bei den Rebounds und Vorlagen konnten seine neuen Mitspieler nicht mit ihm mithalten. Im Telekom-Basketball-Interview sagte Ruoff aber: „Ich muss mich bei meinen Teamkameraden bedanken.“ Das klang ähnlich abgezockt wie seine Leistung zuvor. Nur nicht annähernd so cool.


Frank Menz war zuletzt 2001 als BBL-Trainer im Einsatz. Den meisten ist er als Bundestrainer in Erinnerung. Vermutlich aber nicht positiv. Die EM 2013 ging in die Hose. Die Chefs des Deutschen Basketballbunds (DBB) sagten erst, er dürfe bleiben, sagten dann erstmal nichts und sagten schließlich, er müsse doch gehen. Nicht nur in der Außendarstellung verhält sich der Verband tölpelhaft. Die Posse kratzte an Menz' Ruf.

Für den Neustart hat sich Menz Braunschweig ausgesucht. Dort gibt es viele junge Spieler, aber kaum Geld. Den Aufsteiger aus Vechta hat seine Mannschaft trotzdem deutlich besiegt. Als Menz' Schützling Nicolai Simon, der als einer von wenigen Spielern in Braunschweig geblieben ist, um einen Vergleich zum Vorjahr gebeten wurde, meinte er: „Der Trainer ist komplett anders.“