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Nachbericht

24. September 2016

BBL-Samstag: Die neuen Trainer legen los

Von Christopher Meltzer

Bonn verliert in Berlin, verarbeitet aber noch den Verlust des Trainers. Neuzugang Konstantin Klein greift in dieser Situation zu großen Worten. Er sagt: „Wir schaffen das.“ Auch Bryce Taylor glänzt rhetorisch. Davor führt er die Bayern zum Sieg in Oldenburg. Alles Wichtige zum zweiten Teil des BBL-Auftakts.


ALBA BERLIN VS TELEKOM BASKETS BONN96:89 (48:37)
Top-Scorer: Elmedin Kikanovic (23) – Kenneth Horton (19)
Top-Rebounder: Kikanovic (6) – Filip Barovic (6)
Top-Assistgeber: Engin Atsür (7) – Josh Mayo (5)

PHOENIX HAGEN VS BG GOETTINGEN75:84 (39:43)
Top-Scorer: David Bell (17) – Adam Waleskowski (17)
Top-Rebounder: Owen Klassen (13) – Scott Eatherton (10)
Top-Assistgeber: Bell (6) – Jesse Sanders (9)

GIESSEN 46ERS VS SCIENCE CITY JENA – 86:76 (45:30)
Top-Scorer: Cameron Wells (23) – Marcos Knight (26)
Top-Rebounder: Thomas Scrubb (8) – Knight (8)
Top-Assistgeber: Wayne Bernard, Filiberto Rivera (jeweils 4) – Skyler Bowlin (7)

EWE BASKETS OLDENBURG VS FC BAYERN MÜNCHEN69:83 (31:35)
Top-Scorer: Rickey Paulding, Brian Qvale (jeweils 20) – Bryce Taylor (13)
Top-Rebounder: Qvale (7) – Devin Booker (7)
Top-Assistgeber: Chris Kramer (5) – Alex Renfroe, Maxi Kleber, Taylor (jeweils 3)


Es ging um die Trainer. In Berlin und Bonn sind sie ausgetauscht worden. Wenn auch nicht freiwillig. Ahmet Caki trainiert Alba, weil Sasa Obradovic nicht mehr will. Predrag Krunic trainiert in Bonn, weil Silvano Poropat nicht mehr kann. Er ist schwer erkrankt, fällt mehrere Monate aus. Das wurde erst am Donnerstag bekannt. Drei Tage später hat Bonn in Berlin verloren. Das macht die Situation nicht leichter. Bonns Neuzang Konstantin Klein griff in dieser Situation zu großen Worten. Er sagte: „Wir schaffen das.“

Auch in München regiert ein neuer Trainer. Sasa Djordjevic folgt auf Svetislav Pesic. Serbische Rotation also. Wie sein berühmter Vorgänger steht Djordjevic auf Defense. In Oldenburg hat das schon ganz gut geklappt. Nur 69 Punkte haben die Bayern zugelassen.

Andernorts sind die Trainer dieselben geblieben. Johan Roijakkers dirigiert in Göttingen, Ingo Freyer in Hagen. Sie kennen sich aus dem Abstiegskampf, dürften sich dort auch wieder begegnen. Der erste Punktsieg geht an Roijakkers. Ordentlich Kredit gesammelt hat im letzten Jahr Gießens Denis Wucherer. Bei der „Trainer des Jahres“-Wahl wurde er Dritter. Das will er in diesem Jahr bestätigen. Dafür muss er aber mehr tun, als den Aufsteiger aus Jena zu besiegen.


Rickey Paulding ist noch immer richtig gut. Oldenburgs Geschäftsführer Hermann Schüller sagt sogar: „Ich habe den Eindruck, er wird von Jahr zu Jahr immer besser.“ Paulding feiert bald Geburtstag. Man merkt ihm nicht an, dass er schon 34 wird.

Die Auftaktniederlage gegen die Bayern hat aber auch Paulding nicht abwenden können. Die Münchner Abwehr, die der Defensivstratege Sasa Djordjevic aufmotzen will, war zu gut für Oldenburg. Djordjevic hat Oldenburgs Spezialdisziplin, das Pick-and-Roll, entschärft. Nicht aber Rickey Paulding. 20 Punkte hat er gemacht. Fast ein Drittel aller Oldenburger Punkte. Hinterher lobte ihn dann sogar Djordjevic für seine verrückten Treffer. Was er auf dem Film schon erspäht hatte, durfte der Trainer jetzt auch persönlich erfahren: Rickey Paulding ist noch immer richtig gut.


Die Nationalmannschaft. Es gibt ja auch genug zu diskutieren. (Auch wir haben das im Podcast schon getan.) Die Strukturen des Deutschen Basketballbunds (DBB) sind veraltet, die Außendarstellung tölpelhaft. Auch sportlich läuft's nicht. Die besten Spieler haben ihre Freizeit lieber anders verbracht. Für die EM-Qualifikation hat's zwar gereicht, Mut hat dieser Sommer aber nicht gemacht. Sogar die Niederlande und Dänemark haben Deutschland besiegt. Zwei Basketballentwicklungsländer.

Längst hat sich auch die Liga in die Diskussion um die Nationalmannschft eingemischt. Dort zanken sich nun die Alphatiere. Losgepoltert hat Brose-Chef Michael Stoschek. Er hatte behauptet, die Nationalspieler kehren in „unakzeptablen Verfassungen“ vom DBB zurück. Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic protestierte sofort, sei Stoscheks Wutrede doch anmaßend und offenbar frei jeder Kenntnis gewesen. Nun hat sich auch Berlins Geschäftsführers Marco Baldi eingeschaltet. Im Telekom-Basketball-Interview sprang er Pesic bei: „Die medizinische Abteilung ist mit die beste. Wenn das das einzige Problem ist, ist alles okay.“

Nur ist das halt nicht das einzige Problem. Das weiß natürlich auch Marco Baldi. Es ist gut, dass endlich diskutiert wird. Das wo, wie und worüber ist aber noch immer sehr fragwürdig.


Rickey Paulding hat verraten, dass Bryce Taylor eine Freundin hat. Weil sie aus Deutschland kommt, hat er fleißig Sprachunterricht genommen. Davon profitiert jetzt auch Telekom Basketball. Und wegen Tinder: Taylor hat zwar eine Freundin, wir würden trotzdem nach rechts wischen. Denn wer bitte kann hier widerstehen?

4710 | Bryce Taylor: Erstes Interview auf Deutsch!