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Nachbericht

25. September 2016

BBL-Sonntag: Bremerhaven hat einen neuen Liebling

Von Fabian Wenninger

Die Eisbären Bremerhaven besiegen die WALTER Tigers Tübingen. Dabei trumpft besonders ein Neuzugang auf. Bayreuth und Ulm liefern sich ein hochklassiges Duell, das der Favorit erst im Nachsitzen entscheidet. Alles Wichtige zum Abschluss des 1. Spieltags.


EISBÄREN BREMERHAVEN VS WALTER TIGERS TÜBINGEN  92:84 (47:41)
Top-Scorer: Quincy Diggs (24) – Garlon Green (20)
Top-Rebounder: Ivan Elliott, Evan Smotrycz (je 5) – Anthony Myles (5)
Top-Assistgeber: Diggs (8) – Jared Jordan (9)

MEDI BAYREUTH VS RATIOPHARM ULM 87:95 OT (81:81, 42:38)
Top-Scorer:
Joseph Lewis (30) – Chris Babb (27)
Top-Rebounder: Andreas Seiferth (10) – Dominique Sutton (8)
Top-Assistgeber: Nate Linhart (5) – Per Günther (7)


Viele neue Gesichter tummelten sich auch am Sonntag in der BBL, die meisten davon in Bremerhaven. Sowohl die Eisbären als auch die Tigers präsentierten sich in komplett neuem Gewand. Bei Tübingen blieben lediglich Jared Jordan und Garlon Green aus der Vorsaison übrig. Dieses Duo funktionierte. 35 Punkte und zehn Assists legten die beiden Veteranen gemeinsam auf. Um den Sieg aus Bremerhaven zu klauen reichte es trotzdem nicht. Weil Quincy Diggs einfach unwiderstehlich spielte.


Quincy Diggs. Der MVP der österreichischen Liga zeigte gleich bei seinem Debüt für die Eisbären sein ganzes Skill-Set. Egal ob Scoring (24), Rebounds (4) oder als Vorlagengeber (8) – Diggs machte Spaß. „Ich möchte Bremerhaven noch ein bisschen mehr auf die Landkarte bringen“, sagte er im Telekom-Basketball-Interview bei Arne Malsch. Macht er so weiter, ist dieses Vorhaben nicht ganz unrealistisch. Kyle Fogg, dem letztjährige BBL-Topscorer, weinen die Fans in Bremerhaven seit heute zumindest keine Träne mehr nach. Erst recht, wenn die Deutsch-Vokabeln so sicher sitzen wie bei Diggs nach seinem Gala-Auftritt.

4728 | Quincy Diggs: Hoppala!


Trey Lewis’ abartige Dreier-Show! Frisch von der University of Louisville eingetroffen hat der Rookie die Bayreuther Herzen im Sturm erobert. Da konnte selbst Ulms Edelverteidiger Chris Babb noch so sehr mit seinen Händen in Lewis' Gesicht rumfuchteln. Lewis streute Dreier um Dreier ein – sogar die „verbotene“ Variante mit Brett. Erst gegen Ende des vierten Viertels ließ sich der neue Publikumsliebling aus der Fassung bringen. Das kümmert uns bei insgesamt 30 erzielten Punkten aber nicht weiter. Trey Lewis – ein Name, den wir uns merken!


Tübingen hat sich noch nicht wirklich gefunden. Verwunderlich ist das nicht. In der Vorbereitung plagte die Tigers eine Verletzungsmisere, sogar Aleksandar Nadjfeji und Head Coach Tyron McCoy mussten in die Trainingsschuhe schlüpfen. In Bremerhaven funktionierte folgerichtig auch wenig. Tübingen lief das komplette Spiel einem Rückstand hinterher. Das kostet Kraft. Als Bremerhaven in Person von Quincy Diggs noch einmal anzog, konnten die Tigers nicht mehr dagegenhalten. Die nächste Chance, in einen Rhythmus zu finden, hat Tübingen am Freitag gegen Gießen.


Zwar haben die Ulmer den Kern ihrer Finals-Truppe behalten. Beim Außenseiter Bayreuth, der sich im Sommer komplett neu formiert hatte, war von diesem Vorteil aber nichts zu sehen. „Es war schwer, heute Stops zu bekommen", meinte Chris Babb, der mit 27 Punkten als einer der wenigen herausragte. Defensiv gelang es dem Vizemeister zu keiner Zeit, die furios auspielenden Bayreuther um Joseph Lewis zu zähmen. Leistungsträger wie Raymar Morgan und Taylor Braun oder Neuzugang Tim Ohlbrecht foulten gar vorzeitig aus. In der Overtime profitierte Ulm allerdings von der Unerfahrenheit der Gastgeber, die oft schlechte Entscheidungen trafen. Den Auftakt hatte man sich in Ulm sicherlich leichter vorgestellt. Stolper-Start abgewendet!