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BBL-Freitag

30. September 2016

Wenn Bamberg kommt, muss man Kindern die Augen zu halten

Telekom Basketball Redaktion

Von Telekom Basketball Redaktion

Zumindest wenn sie es nicht mit dem Meister halten. Denn wie Bamberg die Gegner derzeit zerlegt erinnert an einen Horrorfilm. Derweil lässt Maxi Kleber seinen alten Klub alt aussehen. Julius Jenkins und Immanuel McElroy gelingt das nur fast. Alles Wichtige zum zweiten Spieltag im Überblick.


EISBÄREN BREMERHAVEN VS PHOENIX HAGEN 91:81 (46:44)
Top-Scorer:
Harper Kemp (21) – Trent Plaisted (21)
Top-Rebounder: Adrian Breitlauch (6) – Trent Plaisted (11)
Top-Assistgeber: Jordan Hulls (7) – David Bell (7)

BASKETBALL LÖWEN BRAUNSCHWEIG VS BROSE BAMBERG48:96 (25:47)
Top-Scorer: Luis Figge (9) – Darius Miller (16)
Top-Rebounder: Dyshawn Pierre (5) – Nicolo Melli, Fabien Causeur, Daniel Theis (alle 6)
Top-Assistgeber: Carlos Medlock (6) – Causeur, Nikos Zisis, Janis Strelnieks (alle 4)

TELEKOM BASKETS BONN VS FRAPORT SKYLINERS74:60 (37:27)
Top-Scorer:
Ryan Thompson (21) – Markel Starks (17)
Top-Rebounder: Kenneth Horton, Thompson (beide 6) – Quantez Robertson (10)
Top-Assistgeber: Johannes Richter (4) – Robertson (3)

FC BAYERN MÜNCHEN VS S.OLIVER WÜRZBURG 90:77 (54:44)
Top-Scorer:
Maximilian Kleber (20) – Brendan Lane (24)
Top-Rebounder: Kleber (9) – James Southerland (9)
Top-Assistgeber: Reggie Redding (6) – Jake Odum (9)

WALTER TIGERS TÜBINGEN VS GIESSEN 46ERS78:66 (44:29)
Top-Scorer: Anthony Myles, Barry Stewart (15) – Dwayne Evans (13)
Top-Rebounder: Gary McGhee (6) – Skyler Bowlin (5)
Top-Assistgeber: Jared Jordan (4) – Bowlin (5)

RESTA VECHTA VS MEDI BAYREUTH 65:74 (38:34)
Top-Scorer:
Moses Ehambe (16) – Joseph Lewis (17)
Top-Rebounder: Devin Searcy (8) – Assem Marei (9)
Top-Assistgeber: Scott Machado (7) – Kyan Anderson (4)

SCIENCE CITY JENA VS ALBA BERLIN73:77 (37:30)
Top-Scorer: Julius Jenkins (19) – Elmedin Kikanovic (24)
Top-Rebounder: Immanuel McElroy (8) – Kikanovic (6)
Top-Assistgeber: Wayne Bernard (6) – Engin Atsür (6)

MHP RIESEN LUDWIGSBURG VS BG GÖTTINGEN 71:74 (37:32)
Top-Scorer:
Alex Ruoff (14) – Jesse Sanders, Scott Eatherton (je 16)
Top-Rebounder: Jack Cooley (5) – Mathis Mönninghoff (6)
Top-Assistgeber: Brad Loesing (4) – Mönninghoff (4)


Vier Punkte fehlen Bamberg, um den ersten 100er der Saison zu knacken. Das sind immer noch doppelt so viele Punkte wie Braunschweig insgesamt einheimst. Es wird Zeit, dass die Euroleague beginnt. Dieser Gedanke dürfte nicht nur Bamberg insgeheim durch den Kopf schwirren, sondern auch dem Rest der Liga. Denn meistens endet es fatal, wenn Bamberg sich eine Woche lang auf einen Bundesligisten vorbereiten kann.

Auch der FC Bayern verbreitet in der Liga wieder Angst und Schrecken. Zum Saisonauftakt hatten sich die Münchner souverän in Oldenburg durchgesetzt, jetzt wurde Würzburg aus dem Audi Dome gefegt. Besonders Maxi Kleber hatte sich gegen seine ehemaligen Teamkollegen einiges vorgenommen – und am Ende auch vorzuweisen.

„Mehr Heimspiele gewinnen", hatte Bremerhavens Head Coach Sebastian Machowski vor dem Saisonstart als Ziel ausgegeben. Im letzten Jahr hatten die Eisbären ihr Gehege gerade einmal drei Mal verteidigt. Im Duell mit Hagen ist ihnen das nun schon zum zweiten Mal gelungen - und das bereits im September. Der Machowski-Effekt, er wirkt! Es ist derweil freilich noch zu früh, von einem Krunić-Effekt zu sprechen. Immerhin: Bonns Aushilfstrainer hat gegen Frankfurt den ersten Sieg ergattert.


Maximilian Kleber. Dass der Nationalspieler besonders hochveranlagt ist, hat er nicht erst beim FC Bayern angedeutet. Schon in Würzburg drückte er dem Spiel regelmäßig seinen Stempel auf, sofern ihn nicht sein eigener Körper ausbremste. Momentan ist Kleber vollkommen fit. Wenn er das ist, heißt das in der Regel nichts Gutes für seine Gegenüber. Seine ehemaligen Kollegen aus Würzburg nahmen eine Kleber'sche Kostprobe: 20 Punkte, neun Rebounds, drei Blocks – eine furchteinflößende Ausbeute, die Kleber da auf das Parkett zauberte.

4752 | Maxi Kleber MVP gegen Würzburg

„Natürlich bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden“, grinste der Mann des Abends anschließend bei Telekom-Basketball-Kommentator Michael Körner. Macht Kleber so weiter, steigt Bayerns Aktie bald in die Sphären des Bamberger Wertpapiers auf. Wobei – das bleibt auch nach diesem Spieltag heiß begehrt.


Wer in diesen Tagen ein Bamberg-Spiel besucht, mutet sich einiges zu. Zumindest wenn man es nicht mit dem Meister hält. Die Fans in Braunschweig dürften ihren Augen am Freitagabend nicht getraut haben.­ Als hätten sie sich Kinokarten für eine seichte Komödie gekauft, um dann doch einen Horrorfilm vorgespielt zu bekommen. Was Bamberg mit Braunschweig anstellte, hätte selbst Stephen King nicht besser designen können. Lange mussten die Heimfans zittern, ob ihre Mannschaft in der zweiten Halbzeit überhaupt zehn Punkte zusammentragen würde. Schaffte sie dann doch. Verantwortungsbewusste Eltern unter den Braunschweig-Fans hätten ihren Kindern trotzdem besser die Augen zugehalten.


Berlins Helden der Vergangenheit. Julius Jenkins und Immanuel McElroy prägten eine Alba-Generation. Inzwischen spielen sie nicht mehr in der Hauptstadt, sondern beim Aufsteiger aus Jena. Jenkins ist 35 Jahre alt, McElroy gar 36. Die BBL mischen sie aber noch immer auf. McElroy knackte am Freitagabend die 4500-Punkte-Marke, Jenkins fehlen nur noch fünf Zähler zu den 5000. Das hätte sogar fast gereicht, um die neuen Helden Berlins zu stürzen. Die erbeuteten den Sieg erst in den finalen Sekunden. Den Basketballanhängern in Jena muss aber nicht bange sein. Julius Jenkins und Immanuel McElroy haben gezeigt, dass sie noch zu gut sind, um abzusteigen.


Die BBL-Klubs haben sich im Sommer bemüht, Spieler in die Liga zu lotsen, die sich dort schon mal behauptet hatten. Reggie Redding verzückte einst die Fans in Berlin, jetzt soll er das auch in München tun. Alex Ruoff hat das Publikum in Ludwigsburg sofort erobert. Auch Bonn hat einen dieser difference maker gelandet. Ryan Thompson ist vor zwei Jahren mit Trinchieris Bamberg Meister geworden. In Bonn hatte sich Trainer Silvano Poropat auf den US-Amerikaner gefreut. Der erkrankte Poropat muss aber auf unbestimmte Zeit aussetzen. Doch auch Nachfolger Predrag Krunić kann viel mit Thompson anfangen. Besonders wenn er so spielt wie gegen Frankfurt. Nur drei Fehlwürfe erlaubte sich Thomspon. 21 Punkte sprangen am Ende dabei raus. Ein Hoch auf die talentierten Rückkehrer.


Viele hatten sie vor der Saison als Abstiegskandidaten auserkoren, jetzt hat die neu formierte BG Göttingen einen perfekten Saisonstart hingelegt. Head Coach Johan Roijakkers hat aus seiner jungen Rasselbande eine nach Erfolg lechzende Einheit geformt. Am ersten Spieltag hatte Göttingen bereits in Hagen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt ausgestochen. Soweit so gut. Ein Sieg bei den unangenehmen MHP RIESEN Ludwigsburg darf aber sehr wohl als Sensation durchgehen. Dort, wo selbst große Namen wie Vizemeister ratiopharm ulm oder ALBA BERLIN im letzten Jahr gestolpert sind, triumphierte heute Göttingen. Hauchdünn. Mit 74:71.

„Wir haben momentan einfach viel Energie im Team und haben das Momentum auf unserer Seite“, bilanzierte Scott Eatherton (16 Punkte), einer der neuen jungen Hüpfer, die in dieser frühen Saisonphase groß auftrumpfen. Göttingen ist – zumindest nach zwei Spieltagen – die Überraschung der Saison!