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Season Preview

6. September 2016

Science City Jena: Jung und wild...sind sie nicht!

Von Christopher Meltzer

Der Saisonstart in Deutschlands höchster Basketball-Liga rückt immer näher. Ab dem 23.09. wird Telekom Basketball wieder alle Körbe sämtlicher Spiele präsentieren. Bei den Teams hat sich über den Sommer wieder viel verändert. In unserer Saisonvorschau verschaffen wir uns einen ersten Überblick. Bis zum Saisonstart schauen wir über die 18 Teams, ihre wichtigsten Aktivitäten, Trainer und deutschen Spieler. Und warum es Sinn macht, dem Verein bei Telekom Basketball zu folgen. Zum Start die wichtigsten Infos zum Aufsteiger Science City Jena.

Acht Jahre hat Jena der BBL gefehlt. Jetzt wollen die Thüringer nicht wieder weg. Also haben sie einfach Spieler eingestellt, die sich in der ersten Liga wohlfühlen. Vor Julius Jenkins, dem zweifachen Liga-MVP, fürchtet man sich in der BBL auch heute noch. Trainer Björn Harmsen weiß zudem, wie Abstiegskampf geht. Allerdings machen die Deutschen Sorgen. Telekom-Basketball-Kommentator Benni Zander meint trotzdem: „Der Kader hat für einen Aufsteiger unfassbar viel Erfahrung.“

Sich auf die Bundesliga vorbereitet. Klingt unspektakulär, ist für einen Aufsteiger aber ein kniffliges Projekt. Schließlich hat die Stadt Jena, der größte Geldgeber des Basketballvereins, noch nicht die Geheimformel für einen Brausedrink entdeckt. Das Budget muss mühsam zusammengekratzt werden. Kleinigkeiten können Hektik auslösen.

Da trifft es sich gut, dass Jena Mitarbeiter angestellt hat, die sich nicht beirren lassen. Julius Jenkins hat schon 351 BBL-Spiele gemacht. Der Neuzugang verleiht Jena Starappeal. Mit Bamberg und Berlin ist er Meister geworden, zweimal hat ihn eine Jury zum Liga-MVP gewählt (2008 & 2010). Jenkins ist einer der begnadetsten Angreifer seiner Generation.

Immanuel McElroy bildet das defensive Gegenstück. Gleich fünfmal hat er den Titel als bester BBL-Verteidiger abgestaubt. Er spielt schon seit einem Jahr in Jena. Neu ist Kenny Frease. Der 129-Kilo-Koloss hat bewiesen, dass ihn in der Bundsliga nichts so leicht ins Wanken bringt. Telekom-Basketball-Experte Benni Zander staunt: „Der Kader hat für einen Aufsteiger unfassbar viel Erfahrung.“

Wird auch schon als erfahren eingestuft, obwohl er gerade mal 34 Jahre alt ist. Björn Harmsen war aber schon BBL-Coach, da baumelten Julius Jenkins noch lange Rastazöpfe vom Kopf herunter. Berühmt geworden ist Harmsen in Jena. Er war dort Schnellaufsteiger: Mit 24 Jahren zum Cheftrainer, mit 25 Jahren in die Bundesliga. In Jena wurde er aber auch schon entlassen. 2008 war das.

Seitdem tänzelt Harmsen zwischen den Ligen. Mit dem Mitteldeutschen BC ist er in die BBL aufgestiegen, mit Gießen in die ProA abgestiegen. Seit 2013 ist er wieder in Jena – und will den Verein und sich endgültig oben etablieren. Das wird nicht einfach. Sein Profilbild hat es bisher noch nicht mal auf die Website der BBL geschafft.

Sind schwer einzuschätzen. Einigen ist die erste Liga noch fremd. Ermen Reyes-Napoles etwa. Als dieser seinen Vertrag in Jena verlängert hat, frohlockte Geschäftsführer Lars Eberlein: „Ermen meckert nie über Schiedsrichterentscheidungen, war nur äußerst selten krank und noch viel seltener bei unserem Physiotherapeuten.“ Ein sportliches Qualitätssiegel ist das nicht. Neben Reyes-Napoles sind auch Oliver Mackeldanz und Julius Wolf nicht BBL-erprobt.


Stephan Haukohl und Oliver Clay durften sich dort schon probieren. Das gilt auch für Ersatz-Spielmacher Daniel Schmidt. Der war sogar schon für Bamberg im Einsatz, verstärkte zuletzt aber nur deren Nachwuchsprojekt in Baunach. „Die Deutschen sind das große Fragezeichen“, sagt Benni Zander. Auf die US-Amerikaner in Jena könnte viel Arbeit zukommen.

Weil Julius Jenkins mit 35 Jahren noch immer ein echter Zocker ist. Auch wenn die Rastas schon länger fehlen.


Apropos Frisuren: Als Björn Harmsen in das erste BBL-Abenteuer mit Jena gestartet war, hatte er die Haare komplett abrasiert. Inzwischen purzeln sie gepflegt über die Schultern. Wenn er in der Coachingzone auf und ab tigert, erinnert das an einen Catwalk. Vor allem ist Harmsen aber ein kluger Basketballkopf. Und Benni Zander verspricht noch mehr: „Das ist einfach ein guter Typ. Da wird das eine oder andere gute Interview bei rumkommen.“



„Ich bin nicht total pessimistisch. In ihrem Rahmen hat sich Jena gut verstärkt. Gerade die Spieler, die den Ball viel in der Hand halten, sind nicht wirklich aus der Ruhe zu bringen. Sie haben schon alle Situationen erlebt. Sie sind jetzt aber auch älter. Man muss schauen, was die Beine so hergeben. Es kann aber nicht verkehrt sein, so viele erfahrene Spieler zu haben.“

Name Alter  Nationalität Position
Wayne Bernard            34 USA Guard
Oliver Clay      29 GER Center
Kenneth Frease            26 USA Center
Stephan Haukohl 23 GER Forward
Julius Jenkins 35 USA Guard
Marcos Knight 26 USA Guard
Oliver Mackeldanz 26 GER Center
Immanuel McElroy 36 USA Guard/Forward
Ermen Reyes-Napoles 27 GER Guard
Filiberto Rivera            33 PUR Guard
Daniel Schmidt 26 GER Guard
Julius Wolf 23 GER Forward