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BBL-Sonntag

9. Oktober 2016

Gamewinner! Anderson erledigt Jena

Von Fabian Wenninger

Ein magischer Wurf von Kyan Anderson beschert medi bayreuth den Last-Minute-Sieg in Jena. Jared Jordan geht bei seiner Rückkehr nach Bonn baden. Oldenburg gelingt gegen Göttingen der Sprung aus dem Tabellenkeller, in den Braunschweig geradezu hineinschlittert.
Der Abschluss des 4. Spieltags in der Übersicht.


SCIENCE CITY JENA VS MEDI BAYREUTH 76:79 (34:37)
Top-Scorer:
 Marcos Knight (31) – Assem Marei (23)
Top-Rebounder: Knight (7) – Marei, De’Mon Brooks, Kyan Anderson (je 5)
Top-Assistgeber: Julius Jenkins (7) – Kyan Anderson, Nate Linhart (je 6)

EWE BASKETS OLDENBURG VS BG GÖTTINGEN 76:64 (28:30)
Top-Scorer:
 Brian Qvale (22) – Benas Veikalas (15)
Top-Rebounder: Qvale (6) – Scott Eatherton (10)
Top-Assistgeber: Frantz Massenat (5) – Jesse Sanders (5)

TELEKOM BASKETS BONN VS WALTER TIGERS TÜBINGEN81:67 (37:36)
Top-Scorer:
 Ryan Thompson, Ojars Silins (je 17) – Isaiah Philmore (18)
Top-Rebounder: Julian Gamble (14) – Alvaro Munoz (8)
Top-Assistgeber: Konstantin Klein (4) – Jared Jordan (12)

LÖWEN BRAUNSCHWEIG VS MHP RIESEN LUDWIGSBURG84:91 (42:47)
Top-Scorer:
 Geoffrey Groselle (16) – Jack Cooley (27)
Top-Rebounder: Dyshawn Pierre (6) – Cooley (7)
Top-Assistgeber: Pierre, Carlton Guyton (je 4) – Kelvin Martin (5)


Mehr Drama geht nicht! Bayreuth sah in Jena schon wie der sichere Sieger aus, führte eine Minute vor dem finalen Buzzer mit 9 Punkten. Doch Science City kam dank Altmeister Julius Jenkins und Kraftwürfel Marcos Knight (31 Punkte) wieder zurück. Einen irren Dreier Knights zum zwischenzeitlichen Ausgleich toppte allerdings Bayreuts Kyan Anderson in der Schlusssekunde. Ein Fest für alle Basketball-Liebhaber – zumindest außerhalb der Stadtmauern Jenas.

Die Telekom Baskets Bonn haben ihrem ehemaligen Anführer Jared Jordan die Rückkehr ordentlich versiebt. Jordan, der sich seit Ende 2015 regelmäßig das Tübinger Trikot überstreift, gelang gegen die alten Kollegen zwar ein Double-Double (11 Punkte, 12 Assists). Weil seine Tigers aber nur eine Halbzeit Schritt hielten, wird Jordan die Reise an seine alte Wirkungsstätte schnell aus seinem Gedächtnis streichen. Immerhin: Teamkollege Isaiah Philmore, der im letzten Jahr für die Telekom Baskets auflief, stellte mit 18 Punkten sein Career-High ein.

In Oldenburg und Ludwigsburg begeistern derweil die großen Kanten. Brian Qvale, im letzten Jahr bereits effektivster Spieler der Liga, dominierte gegen Göttingen die Zone. Nach der knappen Pleite am Freitag in Ludwigsburg war das auch bitter nötig, um sich aus den unteren Tabellenregionen zu befreien.
Qvales Äquivalent bei den MHP RIESEN Ludwigsburg ist Jack Cooley. Der Neuzugang ließ sich in Braunschweig nicht bändigen, traf zehn seiner zwölf Versuche aus dem Feld. 27 Punkte und sieben Rebounds lauten sein eindrucksvolles Bewerbungsschreiben für die Starting Five der Woche (jeden Montag auf TelekomBasketball.de).


Hieß bis zur Schlusssekunde Marcos Knight. Jenas 1,88 Meter kleines Kraftpaket strotzt nur so vor Energie. 31 Punkte, 7 Rebounds (davon 5 offensiv!) – Knight ließ sich von niemanden aufhalten. Dazu schweißte er 13 Sekunden vor Schluss so locker lässig einen Dreier zum Ausgleich in den Korb, als würde er sich morgens gemütlich ein Marmeladen-Brot schmieren. Hätte Knight für seinen Wurf besser direkt einen Copyright-Antrag gestellt.

Denn sein Gegenüber Kyan Anderson entführte nicht nur die Punkte mit nach Bayreuth, sondern „klaute“ dabei auch noch seinen perfekten Wurf. Wie Knight zuvor fing Anderson den Ball an der Dreierlinie, sprang zwei Schritte nach links und versenkte den Wurf eiskalt. Die Halle verstummte, nur Telekom-Basketball-Kommentator Benni Zander nicht:

4855 | Anderson, Anderson! Aaaaanderson!!!!


Dreieinhalb Jahre zog Jared Jordan die Strippen für die Telekom Baskets Bonn, ehe er sich mitten in der Saison unvermittelt nach Bamberg absetzte. Anfang 2014 war das. Genug Zeit, um die offenen Wunden in den Herzen der Bonner Fans heilen zu lassen. Bei Jordans Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte gab es keine Pfiffe. Der Amerikaner führt jetzt Tübingen an – als Scorer, Vorlagengeber und manchmal sogar in ungewohnter Rolle:

Für einen Sieg in Bonn hat es dennoch nicht gereicht. Tübingen verlor deutlich. Trotz des Korbes fährt Jordan mit einem Lächeln nach Hause. Er wurde unter der Woche Vater.


48-Stunden-Schichten machen müde. Ein Mythos, der an diesem Wochenende eindeutig wiederlegt wurde. Noch am Freitagabend standen sich Ludwigsburg und Oldenburg gegenüber. Nicht einmal zwei Tage später mussten beide erneut ran. Oldenburg gegen die erfolgreichen jungen Wilden aus Göttingen, Ludwigsburg bei den weniger erfolgreichen Basketball Löwen in Braunschweig. Ihre Duelle gewannen beide, vor allem dank ihrer Alphatiere unter den Körben. Von Müdigkeit wollten die Verantwortlichen im Anschluss nichts wissen. Mythos ade!