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NBA Live

3. Dezember 2016

Andre Drummond, Chris Paul & Co: Von Motor City nach Lob City

Seb Dumitru

Von Seb Dumitru
@nbachefkoch

Die „NBA Sundays“ sind in diesem Jahr festes Programm der besten Basketball-Liga der Welt. Global sollen Fans an jedem Wochenende auf ihre Kosten kommen, am bunten NBA-Buffet und zur besten Sendezeit. Telekom Basketball überträgt wieder live ab 23:59 Uhr.

Detroit Pistons vs. Orlando Magic
(Live ab 00:00 Uhr)
L.A. Clippers vs. Indiana Pacers 
(Live ab 03:30 Uhr)

 

Detroit vs. Orlando

Keine Panik!

Obwohl der Start der Pistons nicht so gut war, wie sich die Verantwortlichen das erhofft hatten, ist bei Head Coach und Team-Präsident Stan van Gundy von Panik nicht die Spur. Auswärts schwach, im heimischen „Palace“ hingegen eine Macht, haben die Kolben die Widrigkeiten des Novembers vielleicht sogar besser gemeistert, als angesichts der Ausgangslage realistisch war. Ohne den etatmäßigen Point Guard Reggie Jackson, der das Team im Vorjahr bei den Punkten und Vorlagen anführte, stottert Detroits Offensive bislang (Rang 21).

Reggies Comeback

Jackson trainiert aber wieder voll mit und könnte bereits am Sonntag zum ersten Mal in der Lineup stehen. Der Motor in „Motor City“ läuft ganz anders, wenn der Angriff um das Pick & Roll von Jackson und Andre Drummond kreist und für die Schützen freie Würfe abfallen. Defensiv zählen die Pistons zu den Top-Teams der NBA. Angesichts des geringen Rückstands auf die oberen Plätze im Osten, der Talentbasis in diesem Kader und der soliden Punktedifferenz ist die anstehende Siegesserie inklusive Satz nach oben nicht mehr weit entfernt.

Bizarro-Magic

Was ist das für 1 Team? Die institutionelle Ungeduld in Zentralflorida manifestierte sich nur in den fragwürdigen Personalentscheidungen des Sommers, sondern auch in den Ergebnissen des ersten Monats. Die Charaktere und Spielstile der Protagonisten passen kaum bis gar nicht zusammen. Da hilft es auch nichts, dass Defensivexperten wie Serge Ibaka, Bismack Biyombo und Neu-Coach Frank Vogel im Sommer nach Orlando kamen, um dieses seit dem Abgang von Dwight Howard chronisch erfolglose Team in die Playoffs zu powern. Die Verteidigung funktioniert – Rang sechs momentan. Der Rest ist ein Fiasko.

Ibaka vs. Drummond

6475 | Detroit-Orlando: Ibaka vs. Drummond


Orlando-Neuzugang Serge Ibaka wird es mit Pistons Big Man Andre Drummond zu tun bekommen


Lösung gesucht

Vogel hat bereits mit drei einschneidenden Veränderungen an seiner ersten Fünf experimentiert, um der miesesten Offensive der NBA irgendwie Starthilfe zu geben. Vergeblich. Aaron Gordon wird auf der falschen Position eingesetzt, jegliche Big Man Kombination (Ibaka/Biyombo/Vucevic) ist erschreckend ineffizient. Spielmacher Elfrid Payton trifft immer noch nicht von außen, was Vogel zum Ausweichen auf Backup-Guard-Lösungen wie DJ Augustin oder CJ Watson zwingt. Vom Top-Fünf-Pick des Vorjahres, Mario Hezonja, kommt so gut gar nichts. Zwar stoppte Orlando seine Blutung (acht Niederlagen aus elf Partien) mit einem überraschenden 95-83 Erfolg in San Antonio. Der aktuelle, brutale Auswärtstrip mit fünf Partien in acht Tagen wird die Magic aber auch weiterhin im Tabellenkeller binden.

L.A. vs. Indiana

Spitzenteam, eigentlich!

L.A. bekommt es zum zweiten Mal innerhalb von nur acht Tagen mit den Pacers zu tun. „Lob City“ zählt zusammen mit Golden State, Cleveland und San Antonio zu den absoluten Top-Teams, gewann 14 seiner ersten 16 Partien. Niemand verfügt über eine verheerendere erste Fünf. Die Bank ist besser denn je. Der lange, erfolglose Auswärtstrip – die letzten sechs Duelle fanden auf fremdem Parkett statt – brachte dem Klub von Doc Rivers aber peinliche Niederlagen bei und legte mehrere Problemstellen frei. Die Clippers haben zwar im heimischen Staples Center erst zwei Mal verloren und bleiben weiterhin eine von nur zwei Mannschaften, die offensiv wie defensiv unter den Top-Ten platzieren. Die zurückliegenden Wochen haben aber verdeutlicht, dass auch in L.A. nicht immer nur heiter Sonnenschein herrscht.

Fahrlässig

„Solche Abschnitte, in denen nicht alles perfekt läuft, zeigen dir, woraus dein Team gemacht ist“, sagt All-Star Blake Griffin zur aktuellen Mini-Krise. „Wir sind fahrlässig geworden. Zu wenig Pausen, zu viel unterwegs, zu wenig Trainingszeit momentan. Und mangelnde Konzentration. Wir müssen uns wieder auf die Grundlagen besinnen.“ In der Abwehr und beim Rebounding hat Los Angeles nachgelassen, im Angriff leistet sich eine der dominantesten Offensiven der letzten Jahre derzeit ungewöhnlich viele Ballverluste und Fehlentscheidungen. Mehr als eine Woche in heimischen Gefilden dürfte viele dieser Probleme küren.

Indy .500

Mit der Konstanz haben es die gegnerischen Pacers bisher noch nicht so. Als einer der Geheimtipps in die neuen Saison gestartet, kam das Team aus dem Hoosier State bisher noch nicht in Fahrt. Verletzungen, allen voran die von Franchise-Player Paul George, kombiniert mit dem neuen, schnelleren System und den (zu) hohen Erwartungen, standen dem Durchbruch bisher im Weg. Sonntags sind die Pacers aber ungeschlagen: sowohl gegen Oklahoma City als auch gegen die Clippers im Hinspiel triumphierte die Mannschaft von NBA-Legende Larry Bird... auch ohne den lädierten George. Point Guard Jeff Teague hat seinen Groove gefunden, ebenso wie Thaddeus Young und Rodney Stuckey. Kollektive Leistungsausschläge nach unten wie oben waren dennoch Mangelware. Zwei Niederlagen hier, zwei Siege da... Bis der Rennwagen durchstartet, bleibt Indy eine durchschnittliche (und schizophrenes) .500er Karre im zweiten Gang.