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Euroleague

14. Oktober 2016

Bamberg kann die Großen ärgern

Von Fabian Wenninger

Was für ein Auftakt in die Euroleague-Saison! Lange Zeit kitzelt Bamberg den großen Favoriten Fenerbahce Istanbul. Am Ende fehlt ein Wurf zur Sensation.


Top-Scorer: Bogdan Bogdanovic (18) – Darius Miller (17)
Top-Rebounder: Epke Udoh (7) – Nicolo Melli (12)
Top-Assistgeber: Kostas Sloukas (6) – Nikos Zisis (5)


Schon zu Beginn deutete sich an, dass Bamberg heute bereit ist, Fenerbahce zu ärgern. Immer wieder setzten Nikos Zisis und Darius Miller Akzente. Mal ein Dreier, mal ein schöner Kickout-Pass zum freien Mitspieler – Bambergs Offensive rollte und rollte. Fenerbahce hatte besonders unter dem Korb Probleme, wo Nicolo Melli sich als Herr der Ringe erwies (12 Rebounds). Bis tief ins vierte Viertel hinein entwickelte sich deshalb ein richtiger Krimi. Bamberg blieb sogar der entscheidende Wurf, um die Sensation perfekt zu machen. Allerdings setzte Melli seinen Dreier nur an den Ring.


Die magischen Hände von Nikos Zisis und Darius Miller. Besonders in der Anfangsphase übernahm Zisis das Zepter. Der Grieche, der schon viele Euroleague-Schlachten geschlagen hat, dirigierte das Bamberger Spiel mit der Ruhe und Gelassenheit eines Zen-Meisters. Der klare Go-to-Guy im Team von Trinchieri war allerdings einmal mehr Darius Miller. Als Fenerbahce im zweiten Viertel anzog, hielt Miller Bamberg im Spiel. Eine Minute vor dem finalen Buzzer brachte er sein Team sogar in Führung. Weil Luigi Datome im letzten Angriff allerdings wie eine Klette an ihm klebte, blieb ihm die Krönung verwehrt. Apropos Klebe: Dafür hat Daniel Theis ja auch eine ganz besondere Vorliebe.


Bamberg kann es immer noch: Die Top-Teams arg in die Bredouille bringen. Prunkstück war und bleibt Trinchieris offensives Meisterwerk. Selbst ein hochdekorierter Coach wie Fenerbahces Zejlko Obradovic war nicht im Stande, diesen Code zu entschlüsseln. Hätte Bamberg seine offenen Spots an der Dreierlinie nur minimal besser genutzt (7/26 Dreier), wäre die faustdicke Überraschung vermutlich perfekt gewesen.


Alles. Ob nun die Zauberpässe von Nikos Zisis, die stahlerprobten Nerven von Darius Miller, die autoritären Blocks von Daniel Theis – Bamberg hat zum Auftakt in Europa mächtig Eindruck hinterlassen. Auch wenn es am Ende nicht zum großen Wurf gereicht hat: Dieser Auftakt hat Laune gemacht. Wir freuen uns auf 29 weitere magische Abende mit Brose Bamberg bei Telekom Basketball – mindestens!