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NBA Live

Chris Paul vs. John Wall: Die Elite-Guards im Duell!

Von Seb Dumitru
@nbachefkoch

Die „NBA Sundays“ sind in diesem Jahr festes Programm der besten Basketball-Liga der Welt. Global sollen Fans an jedem Wochenende auf ihre Kosten kommen, am bunten NBA-Buffet und zur besten Sendezeit. Telekom Basketball überträgt wieder live (ab 21:30 Uhr).

Washington Wizards vs. Los Angeles Clippers (Live ab 21:30 Uhr)

Schizophrenie

Die L.A. Clippers sind Dr. Jekyll und Mr. Hyde: Elite-Team mit rechtmäßigen Finalambitionen auf der einen, launische Hedonisten mit Hang zur Selbstüberschätzung auf der anderen Seite. Reserve-Big Marreese Speights sagte nach der Heimniederlage gegen sein ex-Team Golden State, Los Angeles' großer, vielleicht einziger Rivale auf dem Weg ins Endspiel: „Wir müssen endlich aufhören, uns immer mit den Schiedsrichtern zu beschäftigen. Das machen sie hier schon seit vier, fünf Jahren so, und es hat nie funktioniert. Es wird Zeit für etwas Neues!“ Die Clippers starteten mit 14-2 Siegen besser als je zuvor. Es sah so aus, als hätten sie alle Probleme, die sie stets geplagt hatten (katastrophale Ersatzbank, fragliche Rotationen, mentale Aussetzer), endgültig hinter sich gelassen. Dann kam der Durchhänger mit fünf Pleiten in sieben Partien, inklusive bereits genannter siebter in Folge gegen die Warriors. Los Angeles bleibt dennoch eines der absoluten Top-Teams. Nicht nur in dieser Saison, sondern seit Chris Pauls Ankunft vor fünf Jahren. L.A. ist, allen Bedenken zum Trotz, die einzige Mannschaft ligaweit, die in Angriff und Verteidigung zu den fünf besten zählt. Paul, Blake Griffin, DeAndre Jordan und JJ Redick stellen das beste Quartett der NBA. Luc Richard Mbah a Moutes Leistungen haben auf der chronisch schwachen Small Forward Position zumindest etwas Stabilität gebracht. Die Offensive kann von jetzt auf gleich heißlaufen und Punkte wie ein Spielautomat produzieren. Die Flipper-Clippers haben eigentlich nur einen echten Kontrahenten: sich selbst.

 

A video posted by LA Clippers (@laclippers) on

 

Enttäuschung

Vor zwei Jahren waren die Washington Wizards einen verletzten John Wall von den Eastern Conference Finals entfernt. Seither steckt der Hauptstadt-Klub in einer Sackgasse, aus der es keinen Weg heraus zu geben scheint. Obwohl sich der Kader personell kaum verändert hat, stagnieren die Wizards. Auch Neu-Coach Scott Brooks konnte die Wehwehchen dieser Mannschaft nicht kurieren. Die Spannungen zwischen Wall und seinem Backcourt-Partner Bradley Beal sind nicht die einzigen Probleme. Die Ersatzgarnitur der Zauberer ist die inkompetenteste der NBA, trägt die Hauptschuld am katastrophalen 6-12 Start und der enttäuschenden Saison bisher. Eigentlich will Washington ja in die Playoffs. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Wall weiter All-Star Werte auflegen, braucht allerdings viel mehr Unterstützung als bisher. Ein Trade könnte die gewünschte Entlastung bringen – wenn General Manager Ernie Grunfeld einen Deppen findet, der ihm aus der Patsche hilft. Leichter gesagt als getan...



Point Guard Battle

Das Hauptaugenmerk sollte auf dem Duell Paul gegen Wall liegen. Der Clippers-Veteran ist eines der brillantesten Basketball-Gehirne aller Zeiten, bester purer Point Guard der Welt, ein Effizienz-Monster ohne erkennbare Schwäche. Wall ist der explosivste Point Guard östlich von Russell Westbrook, ein athletischer Freak, der die kumulativ meisten Punkte, Rebounds und Assists im Osten auflegt. Auch wenn es die beiden All-Stars nicht immer direkt miteinander zu tun bekommen werden: diese Eins-gegen-Eins Battles sind das Salz in der allabendlichen NBA-Matchup-Suppe.



San Antonio Spurs vs. New Orleans Pelicans (Live ab Montag, 01:00 Uhr)

Perpetuum Mobile

Keine Franchise im US-amerikanischen Profisport hatte in den zurückliegenden zwei Dekaden mehr Erfolg als die Spurs aus San Antonio. Solange Gregg Popovich die Seitenlinie auf und ab patroulliert, Journalisten verhohnepiepelt und seine Mannschaft akribisch auf Playoff-Schlachten im April und Mai vorbereitet, bleiben die Spurs die Spurs. Ein Mitfavorit. So auch heuer. Elitär in Angriff und Verteidigung, mit einem MVP-Kandidaten (Kawhi Leonard) und einer der wieder einmal besten Ersatzgarnituren im Basketball ausgestattet, bleiben die Texaner dem Top-Team Golden State weiterhin auf den Fersen. Popovich hat vier Monate Zeit, um seine Bedenken - allen voran die uncharakteristische Heimschwäche, alternde ex-Stars (Tony Parker, Pau Gasol) und fehlender Fokus - auszumerzen.

Monobraue allein zu Haus

"Big" und "Easy" ist im "Big Easy" mal wieder überhaupt nichts. Den Kader im Sommer ohne Rücksicht auf Passgenauigkeit renoviert, wollte Teambesitzer Tom Benson, der auch die New Orleans Saints in der NFL besitzt, Erfolg um jeden Preis erzwingen. Zumindest der Sprung zurück in die Playoffs, wo die Pelicans zuletzt vor zwei Jahren standen, muss es 2016/17 sein. Leider steht der alles dominierende Superstar Anthony Davis meist alleine da. Sein Partner Jrue Holiday verpasste den Saisonstart, um sich um seine Familie zu kümmern. Auch nach der Rückkehr des etatmäßigen Point Guards bleiben die Sorgen in New Orleans – genau wie der Rückstand auf Rang acht – unverändert gigantisch.