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NBA Live

Dennis & Co. gegen die Vorbild-Spurs

Seb Dumitru

Von Seb Dumitru
@nbachefkoch

Die „NBA Sundays“ sind in diesem Jahr festes Programm der besten Basketball-Liga der Welt. Global sollen Fans an jedem Wochenende auf ihre Kosten kommen, am bunten NBA-Buffet und zur besten Sendezeit. Telekom Basketball überträgt wieder live (ab 23:59 Uhr).

Atlanta Hawks vs. San Antonio Spurs (Live ab 23:59 Uhr)

Identitätskrise

Die Atlanta Hawks wissen auch nach mehr als einem Drittel der Saison genauso wenig wie wir, wer sie eigentlich sind und was sie stark macht. Mit 9-2 Siegen ideal gestartet, folgten zehn Niederlagen aus den nächsten elf. Der Angriff machte Probleme, dafür stand aber wenigstens die Abwehr weiterhin wie eine Eins, liess Abend für Abend die wenigsten Punkte pro 100 Angriffe zu (Defensiv-Ranking). Dann brach die Verteidigung ein, kassierte im Dezember die viertmeisten Punkte, droht mittlerweile aus den Top-Ten zu fallen. Ohne den verletzten Dwight Howard gelangen via Smallball – ähnlich wie ihn Atlanta jahrelang spielte – zwei Siege gegen die Thunder und Nuggets. Am ersten Weihnachtstag setzte es dann, personell komplett, eine 14-Punkte-Packung bei den schwachen Timberwolves. Die Hawks sind zur Zeit der Inbegriff von unterer Mittelklasse.

Best Month Ever!

Wenigstens Dennis Schröder hat nach zwischenzeitlichem Gluckser seinen Groove gefunden. Der Braunschweiger legt den besten Monat seiner Profikarriere auf, produziert im Dezember 20,1 Punkte und 7,1 Assists im Schnitt, bei fantastischen Trefferquoten von 51,6 Prozent aus dem Feld, 41,0 Prozent Dreiern und 90,2 Prozent von der Freiwurflinie. Bereits drei Mal kam der Point Guard in dieser Saison schon auf mindestens 30 Zähler, verteilte vier Mal mindestens zehn Vorlagen in einer Partie. Er trifft besser, verliert seltener den Ball und ist wertvoller für seine Mannschaft als jemals zuvor – nicht nur, weil er mehr als 30 Minuten pro Abend auf dem Parkett steht. Schröder arbeitet mit seinen ex-Spurs Assistent/Hawks-Cheftrainer Mike Budenholzer akribisch an Effizienz und Führungsqualitäten – essenzielle Must-Haves für jeden hochklassigen NBA-Einser.

Totgesagte

Tony Parker ist langsamer geworden, Pau Gasols Pick-and-Roll Defensive suspekt, die Startformation alles andere als souverän. Das hindert die fünfmaligen Champions vom Alamo trotzdem nicht daran, durch die Liga zu brausen und sich fast unbemerkt bis auf einen Sieg an die Golden State Warriors heran gepirscht zu haben. Die Defensive ist auf den dritten Rang geklettert, der Angriff das gewohnte Top-Produkt kollektiver Zusammenarbeit und taktischer Expertise. Coach Popovich hat einmal mehr die fast perfekte Ersatzgarnitur zusammengestellt: einen tiefen, vielseitigen, Haufen, angeführt von Patty Mills, Manu Ginobili und Dewayne Dedmon, der „Pops“ gut geölte Maschine immer auf Drehzahl hält.

Kawhi Superstar

Schon vor dem Karriereende von Tim Duncan waren die Spurs Kawhi Leonards Team. Der zweimalige Verteidigungsspieler des Jahres brilliert nicht nur am hinteren Ende, sondern trägt seine Farben auch offensiv mit durchschnittlich 24,4 Punkten bei 61% True Shooting (Hinweis: Das ist sehr gut!). Sein Name taucht nicht zuletzt aufgrund dieser All-Around-Brillanz auf der Liste der legitimen MVP-Kandidaten sehr weit oben auf.



Los Angeles Lakers vs. Toronto Raptors (Live ab Montag, 03:30 Uhr)

DeMar DeScoring

Dass die Cleveland Cavaliers es in der Eastern Conference zu einfach haben, wird immer kolportiert. Es gibt jedoch eine Mannschaft, die dem amtierenden Champion in einer Sieben-Spiele-Serie ernsthaft Paroli bieten könnte: die Toronto Raptors. Kanadas Team steht nicht zufällig mit an der Tabellenspitze und in vielen wichtigen Rankings unter den Top-Vier der NBA. Der Angriff ist der effizienteste der Liga. Der Backcourt mit Kyle Lowry und DeMar DeRozan zählt zu den gefährlichsten überhaupt. Elite-Scorer DeRozan (27,5 PPG) wird in seiner Heimatstadt Los Angeles sicherlich wieder ein offensives Feuerwerk abbrennen – und seine Dinos auf Kurs Platz eins im Osten halten.

Baby-Lakers

Was eigentlich ein ruhiger Wiederaufbau im ersten Jahr ohne Kobe Bryant seit 1996 hätte werden sollen, avancierte im November zur größten Attraktion südlich von Oakland: die jungen Lakers von Neu-Coach Luke Walton verblüfften mit erfrischendem, erfolgreichen Basketball. Nach dem schockierenden 10-10 Start kamen die Verletzungen: erst D'Angelo Russell, dann Julius Randle, dann Nick Young, dann Larry Nance... vor dem Sieg an Weihnachten gegen noch lädiertere Clippers hatte L.A. zwölf von 13 Dezember-Partien verloren. Das macht alles nichts. Das Ziel ist ohnehin, die Youngster zu fördern, ihnen wichtige Lernerfahrungen zu verschaffen... und wenn es irgendwie geht, das Jahr mit einer der miesesten Bilanzen der NBA zu beenden. Die Chance, den nur minimal geschützten Erstrunden-Draftpick dann nicht den Philadelphia 76ers schenken zu müssen, ist ungleich höher. Und die Zukunft dieser Lakers ungleich goldener.