easyCredit BBL Turkish Airlines EuroCup NBA

Eurocup-Preview

10. Januar 2017

Die Bayern erwarten Moskaus Millionentruppe

Telekom Basketball Redaktion

Von Telekom Basketball Redaktion

In Ulm haben die Bayern bewiesen: Sie können auch die Topteams schlagen. Jetzt erwartet München einen der großen Favoriten des Eurocups: Khimki Moskau. Berlin und Ulm stehen vor dem zweiten Top16-Spieltag schon leicht unter Druck.

Der Auftakt der Top16-Runde des Eurocups dürfte die Basketballer des FC Bayern München erleichtert haben. Das lag nicht nur an der Tatsache, dass sie am letzten Mittwoch ihr erstes Spiel gewonnen hatten, sondern vor allem daran, wen sie besiegt hatten: nämlich den Bundesliga-Rivalen aus Ulm. Endlich, dürfte manch ein Bayern-Fan angemerkt haben. Denn sowohl in der BBL (Bamberg, Ulm) als auch im Eurocup (zweimal St. Petersburg) war München in den großen Spielen stets unterlegen.

Jetzt aber, wo die richtig guten Gegner kommen, wird es Zeit, die richtig guten Gegner auch mal zu besiegen.

7195 ratiopharm ulm - FC Bayern München

Im Eurocup bietet sich dazu gleich die nächste Gelegenheit. Denn die Basketballer von Khimki Moskau, die am Mittwoch in München aufschlagen, fehlen in keiner Aufzählung, wenn es um die Top-Favoriten des Wettbewerbs geht. In Moskau hat sich eine Millionentruppe formiert. Dem NBA-erprobten Alexey Shved schleuderte Khimki im Sommer 2015 10,2 Millionen Dollar für drei Jahre entgegen, was ihn damals zum Bestverdiener unter den europäischen Basketballern machte.

Vor Niederlagen schützen hohe Gehälter alleine freilich nicht. Am Sonntagabend verlor Moskau in der starken osteuropäischen VTB-Liga gegen St. Petersburg (110:114), obwohl Shved 29 Punkte einstreute. Auch im Eurocup hat Moskau schon zwei Spiele abgegeben. Der Top16-Start glückte derweil. Im Duell mit Lietkabelis Panevezys setzte sich Moskau mit 88:80 durch. Übermächtig sind die Russen jedoch keineswegs.

Es gibt gerade nur wenige Dinge, die die Euphorie bremsen können, die um ratiopharm ulm herum entstanden ist. Dem Bundesliga-Rekordstart (BBL-Bilanz: 18-0) und dem Top16-Einzug steht derzeit die schwere Knieverletzung Tim Ohlbrechts gegenüber. Auch Per Günthers Nacken macht Sorgen. Ansonsten aber feiert Ulm den besten Basketball der Thorsten-Leibenath-Ära.

Jedoch scheint der Eurocup das Potential zu haben, ein Spaßverderber zu sein. Nur die zwei besten Mannschaften einer jeden Vierer-Gruppe ziehen in die Playoffs ein. Und weil Ulm das erste Heimspiel gegen den FC Bayern bereits verloren hat, steht der Tabellenführer der BBL vor seinem zweiten Top16-Auftritt bereits leicht unter Druck.

Ulm bekommt es am Mittwoch mit Lietkabelis Panevezys zu tun. Hinter Euroleague-Teilnehmer Zalgiris Kaunas ist Panevezys die Nummer zwei in Litauen. In der Top16-Gruppe fällt Panevezys aber nur eine Außenseiterrolle zu. Wenn Ulms Playoff-Ambitionen ernst sind, muss Lietkabelis Panevezys eigentlich besiegt werden.

Die größte Verlockung des Eurocups ist nicht der Gewinn des Eurocups selbst, sondern der Preis, der winkt, wenn man den zweitbesten Klubwettbewerb in Europa gewinnt. Der Eurocup-Sieger zieht in die Euroleague ein.

Solche Ziele hat Alba Berlin nicht formuliert, wohl aber die Basketballer aus Valencia, die Berlin am Mittwoch empfangen. Wie ernst es Valencia um den Eurocuop (und damit auch die Euroleagie) ist, demonstrierten sie in der Vorrunde. Gleich zweimal führte Valencia, der Tabellendritte der spanischen ACB-Liga, den BBL-Primus Ulm vor. 95:58 und 86:60 endeten die beiden Partien aus der Sicht der Spanier.

Im Top16 startete Valencia ebenfalls erfolgreich, auch wenn der 89:86-Sieg in Zagreb mühsam erarbeitet war. Berlin fing sich im ersten Spiel eine 69:77-Schlappe gegen Malaga ein. Der Small Ball, der in der Liga noch ein belebendes Element gewesen war, zog im Eurocup nicht. Die Abwesenheit von Top-Scorer Elmedin Kikanovic machte sich im Angriff doch sehr bemerkbar. Ob Kikanovic am Mittwoch wieder spielen wird, ist unklar.