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Bayern – Bamberg

19. März 2017

Die Bayern können doch noch gegen Bamberg gewinnen

Von Christopher Meltzer
@Meltzinho

Als die Bayern das letzte Mal gegen Bamberg gewonnen haben, durfte der Fußballtrainer Pep Guardiola in München noch vom Triple träumen. Nun ist es ihnen wieder gelungen. Sportlich hat das Ergebnis für die Bayern wenig Relevanz – doch sie haben diesen Sieg gebraucht. Alles Wichtige zum Duell der Alphatiere.


FC BAYERN MÜNCHEN (21-3) VS BROSE BAMBERG (23-2)67:59 (27:28)
Top-Scorer: Nick Johnson (12) – Nikos Zisis (13) 
Top-Rebounder: Maik Zirbes (7) – Nicolo Melli (9)
Top-Assistgeber: Reggie Redding (4) – Darius Miller (3)


Das soll das Beste gewesen sein, das der deutsche Vereinsbasketball derzeit zu bieten hat? Hätte man einem Parkplatzwärter im Anschluss an das Spiel einen Statistikbogen in die Hand gedrückt, er hätte wohl noch einmal nachgehakt, ob da gerade wirklich Bamberg und der FC Bayern ein Spiel ausgetragen haben oder nicht doch die Münchner Pro-B-Mannschaft. Und eigentlich werden die Zahlen, die der Bogen hervorspuckte, auch dem Drittligateam nicht gerecht. 34 Ballverluste notierten die Statistiker. 17 für die Bayern, 17 für Bamberg. Schon diese Werte deuteten auf fehlende Qualität hin.

8493 FC Bayern München - Brose Bamberg

Im zweiten Viertel knackten die Bayern nicht mal die Zehn-Punkte-Marke, Bamberg passierte im dritten Abschnitt dasselbe. Hätten die Klubs eine PR-Agentur beauftragt, um die Fakten des Abends zu beschönigen, hätte diese wohl argumentiert: Die Defensivreihen haben schlicht überzeugt. Das ist aber nur eine faule Erklärung für den Umstand, dass die beiden Branchenführer des deutschen Basketballs im Angriff ziemlich schlampig vorspielten. Besonders Bamberg, in Europa berühmt für die präzisen Abschlüsse aus der Distanz, ließ jegliche Zielgenauigkeit vermissen. Nur sechs von 25 Dreiern landeten im Netz. Ein ungeschminktes Urteil könnte daher lauten: Die Bayern machten an diesem Abend einfach weniger falsch.


Die Bayern können doch noch gegen Bamberg gewinnen. Ein wenig hatte man daran ja zweifeln dürfen. Als die Bayern Bamberg das letzte Mal besiegten, durfte der Fußballtrainer Pep Guardiola in München noch vom Triple träumen. Im Februar 2016 war das. Damals setzte sich der FC Bayern im Halbfinale des Top Four gegen Bamberg durch (86:79). Es folgten sechs Erfolge der Franken – mit teils erstaunlichen Punktedifferenzen: +7, +15, +14, +31, +31, +3. Und weil darunter auch ziemlich wichtge Spiele fielen (Playoff-Halbfinale 2016, Pokalfinale 2017), mussten selbst die ehrgeizigen Münchner einsehen: Die beste deutsche Basketballmannschaft kommt in diesen Tagen aus Bamberg.

Ein Spiel wirbelt diese Hierarchie noch nicht durcheinander – zumal man die sportliche Bedeutung in Frage stellen darf. Trotzdem: Die Bayern haben diesen Sieg gebraucht. Das war schon während des Spiels an kleinen Reaktionen abzulesen: Als Nick Johnson einen Dreier versenkte, war Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic von seinem Sitzplatz aufgesprungen und hatte beide Fäuste geballt. Münchens Maxi Kleber bezeichnete den Sieg hinterher als "mental super-wichtig".

Die Bayern waren angetreten, um eine Botschaft zu versenden: Wir können Bamberg schlagen. Das haben sie getan.


Den Basketballern aus Ulm. Weil der FC Bayern Bamberg eine weitere Niederlage zugefügt hat, steigen die Chancen der Ulmer Rekordtruppe, die Hauptrunde auf dem ersten Platz zu beenden. Das hätte zur Folge: Erst in der Finalserie der Bundesliga müssten sich die Ulmer mit Bamberg oder München auseinandersetzen. Die beiden bayerischen Rivalen hätten es derweil schon im Halbfinale miteinander zu tun.

Der große Gewinner dieser Konstellation hieße freilich Ulm. Doch noch ist diese günstige Ausgangslage nicht erreicht: Ulm trifft in den kommenden beiden Wochen auf Bamberg und den FC Bayern. Trägt der Tabellenführer jedoch wenigstens einen Sieg davon, wäre der Spitzenrang in Reichweite – und damit auch der vermeintlich leichteste Weg ins Finale.