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BBL-Samstag

18. März 2017

Die Kellerkinder mucken auf: Vechta macht Oldenburg rund

Von Christopher Meltzer
@Meltzinho

Bayreuth, Bonn, Ludwigsburg und Oldenburg steuern strebsam auf die Playoffs zu – doch am frühen Samstagabend erlebten sie den Aufstand der Kellerkinder: Tübingen und Braunschweig verpassten einen Sieg nur knapp, Bremerhaven und Vechta gelang derweil das Unerwartete. Der große Gewinner heißt Vechta: Nach dem Sieg gegen Oldenburg schöpfte der Tabellenletzte wieder Hoffnung. Alles Wichtige zu den Samstagspartien des 26. Spieltags.


MEDI BAYREUTH (18-6) VS WALTER TIGERS TÜBINGEN (6-19)82:81 (38:46)
Top-Scorer: Trey Lewis (22) – Barry Stewart (26)
Top-Rebounder: De'Mon Brooks, Assem Marei (beide 7) – Stanton Kidd (10) 
Top-Assistgeber: Kyan Anderson (5) – Jared Jordan (10)

EISBÄREN BREMERHAVEN (7-17) VS TELEKOM BASKETS BONN (14-10) – 113:103 (61:60)
Top-Scorer: Jordan Hulls (28) – Josh Mayo (28)
Top-Rebounder: Waverly Austin (9) – Florian Koch (4)
Top-Assistgeber: Harper Kamp (5) – Anthony DiLeo (6)

MHP RIESEN LUDWIGSBURG (13-11) VS BASKETBALL LÖWEN BRAUNSCHWEIG (4-20)80:78 (48:40)
Top-Scorer: Jack Cooley (16) – Dyshawn Pierre (27)
Top-Rebounder: Johannes Thiemann (12) – Pierre (9)
Top-Assistgeber: Clifford Hammonds, DJ Kennedy (beide 6) – Thomas Klepeisz (8)

RASTA VECHTA (2-22) VS EWE BASKETS OLDENBURG (13-12)89:76 (39:43)
Top-Scorer: Devin Searcy (18) – Rickey Paulding (19)
Top-Rebounder: Searcy (8) – Brian Qvale (10)
Top-Assistgeber: Rashaun Broadus (9) – Frantz Massenat (3)

RATIOPHARM ULM (25-0) VS ALBA BERLIN (15-10)82:76 (43:47)


46 Bundesligasiege hatten Bayreuth, Bonn, Ludwigsburg und Oldenburg vor diesem Spieltag zusammengerechnet eingesesammelt, Tübingen, Bremerhaven, Braunschweig und Vechta gerade einmal 17. Doch der Qualitätsunterschied, den die Statistik bescheinigt, offenbarte sich am Samstagabend nicht. Vechta zwang Oldenburg in die Knie. Bremerhaven lieferte sich mit Bonn ein Angriffsspektakel – und entschied das sogar für sich. Braunschweig fehlten in Ludwigsburg am Ende nur zwei Punkte. Auch Tübingen piesackte Bayreuth gewaltig. Als Barry Stewarts Dreier Tübingen mit 81:80 in Führung brachte, waren nur noch 0,9 Sekunden verblieben. Es sagt viel aus über die Saison Bayreuths, dass sie sich auch aus dieser Situation noch entfesselten:


Rasta Vechta. Weil der Aufsteiger bis zu diesem Samstag nur ein Bundesligaspiel gewonnen hatte, waren dessen Mühen um den Klassenerhalt bereits als hoffnungslos abgestempelt worden. Jetzt hat Vechta zum ersten Mal seit Ende Oktober (68:61 in Frankfurt) wieder gewonnen – und neue Hoffnung geschöpft. Dass trotz einer solchen Pleitenserie die Hoffnung überhaupt wieder einkehren kann, hat mit dem Kontrahenten aus Braunschweig zu tun. Der Tabellen-16. tut sich ebenfalls sehr schwer. Nur vier Siege haben die Braunschweiger bislang angehäuft. Der große Abstiegs-Showdown erfolgt also am 12. April – wenn Vechta in Braunschweig antritt.

8473 RASTA Vechta - EWE Baskets Oldenburg

 
Der doppelte Gamewinner in Bayreuth: Denn eigentlich glaubten die Beobachter, dass dieses Kunststück Barry Stewart gelungen war. 0,9 Sekunden vor Spielende ballerte er einen Dreier durch den Ring – 81:80. Bayreuth drohte den Aufstand Tübingens nicht mehr parieren zu können. Gute Trainer haben für solche schier aussichtslosen Situationen jedoch einen raffinierten Spielzug übrig. Und weil Bayreuths Raoul Korner, da ist man sich in der Bundesliga einig, ein sehr guter Trainer ist, sagte er ein schickes Play an: De'Mon Brooks befolgte den Laufweg, den sein Trainer vorgegeben hatte, Nate Linhart, der Einwerfer, führte den angesagten Pass aus – zack fertig: der doppelte Gamewinner.

8459 medi bayreuth - WALTER Tigers Tübingen


Das BBL-Three-Ball-Massacre. 47 Mal feuerten Bremerhaven und Bonn aus der Distanz auf den Korb. Und weil gleich 28 der Versuche sich auch ihren Weg durch den Ring bahnten, waren die Fans beider Mannschaften permament damit beschäftigt, drei Finger in die Höhe zu recken. Auf so manchen Basketballpuristen mag die Ballerei aus großer Entfernung befremdlich wirken, doch in Zeiten, in denen die Entwicklung des Basketballs auch in Europa langsam aber sicher von Zahlen bestimmt wird, erscheint der Plan nachvollziehbar. Die Rechnung kommt irritierend einfach daher: Drei Punkten zählen nun mal mehr als zwei. Numbers never lie!

8455 Eisbären Bremerhaven - Telekom Baskets Bonn