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Euroleague Final Four

Final Four Power Rankings - Superstar-Edition!

Seb Dumitru

Von Seb Dumitru
@nbachefkoch

Am Wochenende steigt in Istanbul das Euroleague Final Four. Real, ZSKA, Fenerbahce, Olympiakos... Die vier besten Mannschaften des Kontinents kämpfen im "Sinan Erdem Dome" um die Krone im kontinentalen Klub-Basketball. Welche dieser mit Stars gespickten Truppen haben im direkten Clash die besten Karten?

Telekom Basketball überträgt die entscheidenden Spiele des Final Four am Freitag und Sonntag Live.





Tabellenführer während der regulären Saison (23-7), dominant im Viertelfinale gegen Darüssafaka Dogus, Meisterschaftsanwärter Nummer eins. Und gespickt mit Superstars. An Real Madrid als klarer Nummer eins in Europa hat es seit Monaten nichts auszusetzen gegeben. Wer mit Sergio Llull, Gustavo Ayon und Wunderknabe Luka Doncic in der ersten Fünf aufläuft, wer Anthony Randolph, Rudy Fernandez, Jaycee Carroll und Trey Thompkins von der Bank bringen kann, der hat den Top Spot in diesen Rankings wahrlich verdient.

Llull ist der Motor der königlichen Offensivmaschinerie, die zum vierten Mal in fünf Jahren im Final Four steht. Mit 16,4 Punkten und 5,9 Assists pro Abend war er fünftbester Scorer und drittbester Vorbereiter der Saison. In den Playoffs hob der 29-Jährige sein Scoring auf 18,5 Punkte im Schnitt an. Er ist einer der uneingeschränkt besten Spieler Europas - und klarer MVP-Mitfavorit. Im All-Euroleague Team steht neben Llull auch Gustavo Ayon, der bei den Madrilenen in allen relevanten Big Man Kategorien unter den Führenden zu finden war. An seine surrealen 71,4 Prozent aus dem Feld kam ligaweit niemand heran.

Auch Ayon steigerte seine Produktivität in den Playoffs. Madrids Joker ist der einstimmige “Euroleaue Rising Star” Gewinner Doncic, der eine einzige Offenbarung war. Im Alter von 17 und mittlerweile 18 Jahren erwachsene Männer auf diesem Niveau an die Wand zu spielen, ist genauso selten wie spektakulär. Der slowenische Guard gilt nicht zufällig als kommender Nummer eins Pick 2018 oder 2019. Sein Game ist elektrisch, seine Persönlichkeit einnehmend. 

 


Der amtierende Champion mag nicht die Star-Quantität von Madrid und Istanbul besitzen. In der Spitze kann aber niemand mit den Russen mithalten, die in Nando DeColo und Milos Teodosic über die vertretbarerweise zwei besten Akteure in diesem Turnier verfügen. Hinzu gesellen sich mit Kyle Hines einer der besten Verteidiger weit und breit (sechstes Final Four, drei Titel), mit Cory Higgins und James Augustine zwei ehemalige NBA-Cracks.

Die hellsten Sterne strahlen jedoch im Backcourt. Nando DeColo hat gegenüber seiner Traumsaison 2015/16 (Topscorer, regulärer und Final Four MVP) nichts eingebüßt, sondern machte einfach dort weiter, wo er vergangenen Sommer aufhörte. Der Franzose erzielte die zweitmeisten Punkte im Wettbewerb (19,4 PPG), traf 95,6 Prozent seiner Freiwürfe, war Zweiter bei Perfomance Index Rating (PIR), wurde gleich fünf Mal als wertvollster Akteur eines Spieltages geehrt. Der Sprung ins All-Euroleague First Team war nur folgerichtig.

DeColos kongenialer Komplize mit dem schimärischen Schlafblick könnte seine letzten Partien für ZSKA absolvieren. Einer der feinsten Point Guards Europas führte die Liga bei den Vorlagen pro Spiel an (7,0 APG), war sechstbester Scorer (16,2 PPG) und fünftbester Performer insgesamt. Der versierte Serbe will seinen zweiten europäischen Titel, ehe er - wie alle vermuten - im Sommer endlich in die NBA wechselt, wo zahlreiche Klubs um seine Dienste buhlen.
 


Die Hausherren wollen bei ihrer dritten Final-Four-Teilnahme in Folge endlich den Pott. Fenerbahçe ist gespickt mit ehemaligen oder künftigen NBA-Spielern. Die Hälfte des Kaders wurde entweder via Lotterie selektiert (Anthony Bennett, Jan Vesely und Ekpe Udoh) oder schaffte ungedraftet (Luigi Datome, Pero Antic und James Nunnally) den Sprung in die National Basketball Association. Mikrowelle Bobby Dixon ist einer der Veteranen auf der hellen Euroleague-Bühne.

Der strahlende Stern ist jedoch Bogdan Bogdanovic. Die Rechte am 24-jährigen Serben, der 2014 von Phoenix gedraftet wurde, besitzen mittlerweile die Sacramento Kings, die den Kombo-Guard am liebsten sofort über den Teich holen möchten. Der All-Euroleague First Teamer beendete die Saison trotz monatelanger Verletzungspause als Nummer sechs im “Index Rating” und Istanbuls Topscorer. In den Playoffs verblüfft der Youngster bisher, erzielte gegen Panathinaikos Aten 19,3 Punkte und 4,0 Dreier im Schnitt.

Udoh legte eine der dominantesten Big Man Saisons aller Zeiten hin. Er führte die Liga bei den Rebounds und Blocks an, war Fenerbahçes zweitbester Scorer und konstantester Akteur. Datome, Vesely und Kostas Sloukas sind ebenfalls bekannte Grössen in diesem tiefen und erfahrenen Team. Der grösste Star sitzt jedoch an der Seitenlinie: Head Coach Zeljko Obradovic hat bereits acht Euroleague-Ringe am Finger - und will vor heimischem Publikum seinen neunten. 



Das vermeintlich schwächste der vier Teams im Final Four verfügt auch über die geringste Starpower. Vassilis Spanoulis (12,7 Punkte und 6,0 Assists pro Spiel) ist uneingschränkter Anführer der Hellenen geblieben, geht aber auf die 35 Lenzen zu. Spanoulis hat in Europa alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, spielte bereits in der NBA, gewann EM-Gold und WM-Silber mit Griechenland.

In seiner letzten Saison will er Olympiakos ein letztes Mal auf den Euroleague-Gipfel hinauf führen, der er bereits drei Mal erklimmen konnte. In den Playoffs zeigte “Kill Bill”, dass er immer noch clutch ist, als er im entscheidenden Spiel fünf gegen Anadolu Efes Istanbul 22 Zähler erzielte. Sein verlässlichster Partner ist Big Man Georgios Printezis, der nach exzellenten Leistungen in dieser Saison erstmals den Sprung ins All-Euroleague First Team schaffte.

Dass die “Reds” zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren im Halbfinale stehen, hatte viel mit Printezis’ 12,9 Punkten pro Abend zu tun. In Istanbul will der Veteran seinem legendären Gamewinner von 2012 eine Zugabe folgen lassen. Top-Rebounder Khem Birch (Kanada) und US-Guard Erick Green runden die defensivstarke Rotation von Head Coach Ioannis Sfairopoulos ab.