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Courtside Live

05. Januar 2017

Fußball-Profi Baumgartl: "Basketball ist meine zweite Leidenschaft!"

Von Christopher Meltzer

Telekom Basketball hat einen neuen Premium-Praktikanten: Timo Baumgartl, Profifußballer des VfB Stuttgart, wird der Sendecrew beim Courtside-Live-Spiel der MHP RIESEN Ludwigsburg gegen den FC Bayern München (Samstag, ab 20:15 Uhr LIVE) als Fieldreporter unter die Arme greifen. Im Interview gibt Baumgartl schon vorab eine Kostprobe seiner analytischen Fähigkeiten. Außerdem verrät er, für welches Team er auch nachts aufsteht – und wie ein Fußballer ihm die Begeisterung für Basketball einimpfte.

Telekom Basketball: Einstiegsfragen sollen ja immer besonders raffiniert und kreativ sein. Jetzt Sie sind am Samstag als Fieldreporter für Telekom Basketball im Einsatz. Haben Sie sich schon eine gute Einstiegsfrage überlegt?

Timo Baumgartl: Ich habe erst heute erfahren, dass ich auch noch ein Interview machen muss. (lacht) Von daher habe ich mir da noch nicht so viele Gedanken gemacht.

Beim VfB Stuttgart läuft das Training wieder. Bleibt Ihnen da genug Zeit, sich auf Samstag vorzubereiten? Haben Sie beim Fitnesstraining immer einen Zettel mit Statistiken in der Hosentasche?

Ich versuche, von den MHP RIESEN noch ein paar Statistiken zu bekommen, dass ich mich ein bisschen vorbereiten kann und nicht so viel Müll laber. (lacht) Aber ich war am 30. Dezember in München in der Halle, als die Bayern gegen Braunschweig gespielt haben. Auf den Gegner habe ich mich top vorbereitet.

Timo Baumgartl über Ludwigsburg

Ich habe gesehen, dass sie als eine der wenigen Mannschaften über das ganze Feld sehr aggressiv verteidigen.

Vorbildlich. Als Fieldreporter könnten Sie es am Samstag mit John Patrick zu tun bekommen. Sie spielten bereits unter Huub Stevens, auch bekannt als Der Knurrer von Kerkrade. Das dürfte für Sie also kein Problem sein, oder?

Ich habe schon viel über John Patrick gehört. Dass er ein Disziplin-Fanatiker ist und seinen Basketball durchbringen will. Von daher gibt's vielleicht auch Sachen, die ein Problem darstellen würden. Aber er ist auch ein super Trainer. Mit jeder Persönlichkeit kommt man auch zurecht. Das ist gar kein Problem.

Sie klingen selbstbewusst, das ist gut. Also schon mal eine kleine Probe für Samstag. Wir wollen die analytischen Skills von Timo Baumgartl testen. Wie bewerten Sie den Basketball von Ludwigsburg?

Ich habe gesehen, dass sie als eine der wenigen Mannschaften über das ganze Feld sehr aggressiv verteidigen. Sie pressen vorne sehr früh, das habe ich auch in der NBA so nicht beobachtet. Ich weiß, dass ihr Trainer das will und dass sie andere Mannschaften zwingen, die Acht-Sekunden-Regel, bis man über die Mittellinie muss, zu überschreiten. Manchmal klappt's, manchmal nicht. Aber das hat mein analytisches Auge schon gesehen.

Ich würde sagen: bestanden. Woher kommt das Verständnis und die Begeisterung für Basketball?

Aus der Familie kommt's nicht. (lacht) Es hat in meiner Mannschaft angefangen. Eigentlich hat mich Daniel Didavi [spielte von 2010 bis 2016 beim VfB Stuttgart, wechselte im Sommer zum VfL Wolfsburg; d. Red.] da hingebracht. Er hat immer Basketball geschaut. Wir waren manchmal zusammen auf einem Zimmer und dann habe ich mitgeschaut. Irgendwann war ich infiziert mit dem Virus, deswegen schaue ich jetzt auch die ganze Zeit NBA oder komme, wenn ich es schaffe, nach Ludwigsburg. Ich gucke mir das einfach gerne an. Das ist meine zweite Leidenschaft.

Timo Baumgartl über die NBA

Was Kyrie Irving mit dem Ball macht, da hätte ich einen dreifachen Kreuzbandriss, wenn ich gegen ihn spielen müsste.

Über die NBA reden wir gleich noch. Wenn Sie den Blick durch die Bundesliga schweifen lassen, gibt es außer Ludwigsburg noch eine Mannschaft, die Ihnen besonders gefällt?

Ich sollte jetzt nicht Ulm sagen wahrscheinlich. (lacht) Ich war öfter mal gegen Bamberg in der Halle. Denen schaue ich immer noch gerne zu, auch wenn Wanamaker nicht mehr dort spielt. Der hat mir immer schon sehr gefallen. 

Dann wechseln wir jetzt die Liga. Es heißt, Sie sind NBA-Nerd. Auch das wollen wir prüfen: In der letzten Nacht wurde ein NBA-Spiel per Buzzer Beater entschieden. Wissen Sie, wer den getroffen hat?

Ja, ähm, der war bei Milwaukee. Aber den Namen kann ich nicht aussprechen. Anteku-Dingsbums. Das war gegen die Knicks.

Genau, Giannis Antetokounmpo. Die nächste Frage wäre gewesen, wie man den Namen buchstabiert.

(lacht) Ich habe heute morgen das Video gesehen.

Wen schauen Sie sich nicht erst morgens im Video an, für wen bleiben Sie nachts auf?

Cleveland. Ich bin Cleveland-Fan. Es gibt noch einen in unser Mannschaft, Daniel Ginczek. Daniel Didavi war für Golden State, da gab's immer ein bisschen Rivalität. An sich ist NBA-Basketball einfach nochmal was komplett anderes als in Deutschland. Wenn ich sehe, von wo die Dreier werfen, das ist unfassbar. Welche Skills die auch haben. Was Kyrie Irving mit dem Ball macht, da hätte ich einen dreifachen Kreuzbandriss, wenn ich gegen ihn spielen müsste.

Es scheint im deutschen Profifußball eine kleine NBA-Community zu geben. Gehören außer Daniel Ginczek und Ihnen noch andere VfB-Spieler dazu?

Christian Gentner schaut sich das auch sehr gerne an. Früher noch Thorsten Kirschbaum, als er noch bei uns gespielt hat. Der war immer Houston-Fan. Es gibt immer welche in der Mannschaft, die das gerne angucken. Wir haben neben unseren Trainingsplätzen auch einen Basketballkorb. Da spielen wir nach dem Training Zwei-gegen-Zwei oder machen ein Dreierwerfen. Ein paar Körbe werfen, wie man so schön sagt.

Timo Baumgartl über Basketball

Irgendwann war ich infiziert mit dem Virus, deswegen schaue ich jetzt auch die ganze Zeit NBA oder komme, wenn ich es schaffe, nach Ludwigsburg. Ich gucke mir das einfach gerne an. Das ist meine zweite Leidenschaft.

Waren Sie auch schon mal in den USA, um zu sehen, wie die NBA-Profis "ein paar Körbe werfen"?

Nein, ich war noch nicht da. Ich wollte jetzt in der Sommerpause mal rüber.

Rechtzeitig zu den NBA-Finals.

Ja, genau, zu den Finals könnte es reichen. (lacht) Oder sonst kann man im Winter mal ein Spiel in New York anschauen. Steht auf jeden Fall in der Planung.

Wenn es aber doch die Finals werden sollten: Wer wird dann spielen?

Ich glaube, es wird das gleiche Duell wie letztes Jahr: Golden State gegen Cleveland.

Und wer gewinnt?

Cleveland. (lacht) Das muss ich ja sagen, ich bin Fan. Die Stadt hat so lange auf einen Titel gewartet, jetzt kommen zwei auf einmal.