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Euroleague-Donnerstag

01. Dezember 2016

„God hates Bamberg“

Von Telekom Basketball Redaktion

Der Euroleague-Champion ZSKA Moskau kreuzt in Bamberg auf – und droht dem deutschen Meister eine Lehrstunde zu erteilen. Doch die Bamberger zeigen mal wieder, dass sie es mit den Besten in Europa aufnehmen können. Im letzten Viertel gehen sie sogar in Führung. Am Ende aber passiert, was in Bambergs Euroleague-Saison eigentlich immer passiert. Alles Wichtige zum zehnten Bamberger Spiel in der Königsklasse.

Spieltag 10Donnerstag
Brose Bamberg 88:90 CSKA Moscow
26 PUNKTE Nicolo Melli Milos Teodosic 31 PUNKTE
9 REBOUNDS Daniel Theis James Augustine 7 REBOUNDS
7 ASSISTS Nikos Zisis, Darius Miller Milos Teodosic 8 ASSISTS


Es gibt einen Satz, der unter amerikanischen Sportfans sehr verbreitet ist. „God hates Cleveland“, heißt der und erinnert an den notorischen Misserfolg der Sportteams der Stadt Cleveland. 52 Jahre war diesen ein Titel in einer der großen vier Sportarten verwehrt geblieben, ehe die Basketballer der Stadt, die Cleveland Calavliers, angeführt von LeBron James im vergangenen Sommer den NBA-Thron bestiegen.

Die Bewohner Clevelands begossen daraufhin nicht nur die Meisterschaft, sondern auch ihre Überzeugung, dass der Fluch endlich weitergewandert sei. Dieser Tage beschleicht einen das Gefühl, dass er die Grenzen Nordamerikas verlassen hat – und in Europa aufgetaucht ist. Genauer gesagt: in Bamberg.

Der dort ansässige deutsche Meister ist zwar mit Titel verwöhnt und in der neuen Bundesliga-Saison noch unbesiegt, doch in der Euroleague, der Königsklasse des europäischen Basketballs, erleidet Brose Bamberg gerade Niederlage für Niederlage, wobei es scheint, als sei jede neue Pleite noch etwas dramatischer und ärgerlicher als jene zuvor.  

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Am Donnerstag kreuzte nun ZSKA Moskau in Bamberg auf. Die Millionentruppe aus Russland hat die Euroleague erst vor wenigen Monaten gewonnen – und den Ruf als beste Mannschaft Europas seitdem nicht verloren. Selbst ohne Top-Star Nando de Colo drohte Moskau den Bambergern zunächst eine Lehrstunde zu erteilen. Doch der deutsche Meister wehrte sich, fand in einem famosen dritten Viertel (28:20) wieder Anschluss. Im finalen Spielabschnitt ging Bamberg sogar in Führung.

Die Partie belegte mal wieder: Diese Bamberger Mannschaft kann es mit den Besten in Europa aufnehmen. Sie belegte allerdings auch: Wenn es draufankommt, zieht Bamberg meistens den Kürzeren.

6397 | Brose Bamberg - CSKA Moscow

Als noch mickrige 1,7 Sekunden auf der Uhr verblieben waren, durfte Moskau noch einmal den Ball einwerfen. Eigentlich heißt das: Verlängerung. Wer weiß, wie diese ausgegangen wäre. Bamberg hätte die eigenen Fans im Rücken gehabt, jedoch auch auf den mal wieder genialen Spielmacher Nikos Zisis verzichten müssen, der sich kurz zuvor sein fünftes Foul abgeholt hatte.

Ist aber auch egal, denn zur Verlängerung kam es gar nicht erst. Der überragende Milos Teodosic (31 Punkte, acht Vorlagen) passte den Ball zu Vitaly Fridzon, der völlig ungestört hochsteigen durfte. Swish. 90:88.

Im zehnten Spiel war bereits die achte Bamberger Euroleague-Niederlage. Und noch frustrierender: Die siebte, die in den finalen Sekunden besiegelt wurde.