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Euroleague Final Four

19. Mai 2017

Halbfinale 1: ZSKA ist raus – das letzte Wort hat „Kill Bill“

Von Fabian Wenninger

Lange Zeit sieht aus danach aus, als würde ZSKA Moskau zum zweiten Mal in Folge ins Finale einziehen. Diese Rechnung geht nicht auf, weil Vassilis Spanoulis wieder einmal aufdreht. Alles zum ersten Halbfinale.


ZSKA MOSKAU VS OLYMPIAKOS PIRÄUS78:82 (40:33)
Top-Scorer: Teodosic (23) – Spanoulis, Printezis, Papanikolaou (je 14)
Top-Rebounder: Khryapa (8) – Papanikolaou (9)
Top-Assistgeber: De Colo (3) – Spanoulis (6)


ZSKA Moskau und Olympiakos Piräus haben sich in der Vergangenheit schon einige epische Schlachten geliefert. Dieses Duell im Halbfinale reihte sich in diese Kette nahtlos ein. Darauf schließen wollte man aber zunächst nicht.

Zu dominant trat der Titelverteidiger aus der russischen Hauptstadt auf. Angeführt von Milos Teodosic (15 Punkte), der ausnahmsweise von der Bank kam, drückten ZSKA der Partie seinen Stempel auf. Olympiakos trat eigentlich nur durch zwei spektakuläre Würfe von der Dreierlinie in Erscheinung, die das zweite und dritte Viertel mit dem Buzzer beendeten.

Im letzten Viertel folgte die große Show von Vassilis Spanoulis. Ein bisschen war das sogar zu erwarten (siehe „Der Held“). Olympiakos bucht das Last-Minute-Ticket ins Finale, für Moskau ist die Niederlage hingegen ein brutaler Betriebsunfall.


Vassilis Spanoulis. Wieder einmal könnte man meinen. Der 34-Jährige hat unzählige Male bewiesen, dass er eine Partie in der Crunchtime im Alleingang entscheiden kann. Das hat ihm den Spitznamen „Kill Bill“ eingebracht.

Gegen Moskau blieb Spanoulis lange unsichtbar. Gerade einmal vier Punkte hatte er erzielt, ehe das Schlussviertel eingeläutet wurde. Doch dann schlug wieder einmal seine Stunde: Erst ein langer Sprungwurf, dann zwei Layups – Vassilis knabberte Moskaus Führung Stück für Stück ab. Als die Uhr noch 1:53 Minuten übrig hatte, schlug auch erstmals ein Dreier von Spanoulis im Moskauer Korb ein. Es war die erste Führung für Piräus seit den Anfangsminuten.

Direkt im nächsten Angriff servierte Spanoulis noch einen Zauberpass, den Khem Birch durch den Ring hämmerte. Sein Freiwurf zum 77:80 sechs Sekunden vor Schluss besiegelte Moskaus Aus endgültig. Olympiakos steht im Finale – und der europäische Basketball-Olymp muss langsam einen Platz für Kill Bill freimachen.