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1. Juni 2016

NBA-Finals: Steph oder LeBron? Wer ist der beste Spieler der Welt?

Telekom Basketball Redaktion

Von Telekom Basketball Redaktion

Stephen Curry und LeBron James sind beide im selben Krankenhaus in Akron, Ohio geboren. Und die zwei besten Basketballspieler der Welt. Ab Donnerstag treffen sich die Superstars zum NBA Finals Rematch – mit optimierten Teams, historischen Einsätzen und mächtig Heißhunger auf den nächsten Ring.

LeBron James

Ich bin der beste Spieler der Welt. Daran muss mich niemand erinnern.

„Ich bin der beste Spieler der Welt. Daran muss mich niemand erinnern”, sagt James. „In meinem Kopf bin ich der beste Spieler in der NBA. Das gibt mir Selbstvertrauen, so weiss ich, dass ich jeden Abend auf höchstem Level performen kann”, sagt Curry. Wer hat jetzt Recht? Wenn in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die NBA Finals 2016 beginnen, treffen nicht nur die beiden besten Teams ihrer jeweiligen Conference aufeinander, sondern auch die zwei größten Stars im Basketball, um auch diese Frage ein für alle Mal aus der Welt zu räumen... oder zumindest bis zur nächsten, hitzig geführten Debatte.

Stephen Curry

In meinem Kopf bin ich der beste Spieler in der NBA. Das gibt mir Selbstvertrauen, so weiss ich, dass ich jeden Abend auf höchstem Level performen kann.

Curry führte seine Golden State Warriors zur besten Bilanz aller Zeiten (73-9), pulverisierte sogar den für unknackbar gehaltenen Rekord der 1996er Chicago Bulls um Michael „Air“ Jordan. Nebenbei räumte Curry seine zweite Auszeichnung als „Most Valuable Player” ab, sogar einstimmig, auch das ein ligaweites Novum. Noch nie zuvor hatte ein Spieler bei dieser Wahl alle Erststimmen erhalten - auch nicht James, der diesen Award bisher vier Mal gewinnen konnte, zuletzt 2012 und 2013.

James machte aus seiner Anerkennung für Currys Leistungen kein Geheimnis, twitterte im Februar „@StephenCurry30 needs to stop it man!! He's ridiculous man! Never before seen someone like him in the history of ball!.” Keine zwei Monate später stellte er jedoch in Frage, ob Curry tatsächlich der wertvollste Profi der NBA ist, ob „wertvoll” nicht etwas anderes bedeutet, als nur funkelnde Statistiken aufzulegen. Currys Antwort: „Ich habe gelernt, die Meinung anderer zu ignorieren.”

Curry zu ignorieren, ist unmöglich geworden. Der Goldjunge der NBA setzt seinen kometenhaften Aufstieg ungebremst fort, vorbei am „Planeten James” und allen anderen Sternchen am Basketball-Firmament. Egal ob Trikotverkäufe, Sneaker Deals, Popularität, statistischer Impact oder schlichtweg bewusstseinsverändernde Leistungen auf dem Hartholz: Curry bleibt in diesen Tagen, Wochen und Monaten das sportliche Nonplusultra.

4615 | Golden State vs. Oklahoma: Die besten Momente von Stephen Curry

Trotz Blessuren lieferte der 28-Jährige eine irrsinnige Conference Finalserie ab. Golden State schaffte als erst zehnte von 233 Playoff-Mannschaften, einen 1-3 Rückstand in einer Serie noch in einen Sieg umzuwandeln. Currys Statistiken in den entscheidenden drei Partien gegen Oklahoma City: 32,7 Punkte, 7,3 Rebounds und 7,7 Assists im Schnitt. Sein unerschütterliches Selbstverständnis, den nächsten Dreier notfalls auch vom Parkplatz einstreuen zu können, inspiriert nicht nur Teamkollegen und Warriors-Fans auf der ganzen Welt, sondern hat den Basketballsport verändert. Heute kopieren fast alle Mannschaften den Spielstil, den die Warriors wie niemand zuvor geprägt haben – vor allem wegen Curry und seinem kongenialen „Splash Brother“, Klay Thompson.

Cleveland ist einer dieser Trittbrettfahrer. Klar: es ist ein NBA Finals Rematch, die Cavs mitnichten ein Papiertiger, der nur Glück hatte, in der schwächeren Eastern Conference anzutreten. LeBron James geht bereits in seine sechste konsekutive Finalserie – ein historisch dominanter Run, den es so seit den 1960er Jahren nicht gegeben hat. Um im Gegensatz zum Vorjahr allerdings eine Chance zu haben, mussten die Cavs ihren Stil ändern, „Warriors-iger“ werden.

2015 führten die Cavaliers 2-1, ehe Golden State in mittlerweile prototypischer Manier drei Siege in Folge abriss und die Finals deutlich gewann. Damals fehlte es Cleveland, das ohne die verletzten Kyrie Irving und Kevin Love antreten musste, an spielerischer Qualität, um mit der explosiven Offensive der Kalifornier mitzuhalten. Obwohl James furiose 35,8 Punkte, 13,3 Rebounds und 8,8 Assists im Schnitt auflegte, stand er damit alleine auf weiter Flur.

Golden State entschied auch die beiden Duelle in der abgelaufenen regulären Saison für sich, gewann am ersten Weihnachtstag 89-83 und dominierte das Rückspiel in Ohio, 132-98. All diese Partien sind heute, fünf bis zwölf Monate später, keinen Cent mehr wert. Cleveland lief damals noch für seinen ex-Coach David Blatt auf, der in den nächsten Tagen beim Euroleague-Klub Darussafaka anheuern wird. Sein Ersatz, Tyronn Lue, lässt einen anderen Ball spielen, die Cavs sind ein völlig anderes Team. Ein Offensivmonster, auf ähnlich hohem Level wie Golden State.

Die präferierte Taktik beider Mannschaften im Angriff ist es, freie Würfe von jenseits der 7,24 Meter Linie herauszuspielen. Beide Klubs stellten mit 12,5 (Golden State) und 14,4 (Cleveland) erfolgreichen Dreiern pro Partie neue Playoff-Rekorde auf. Der kleine, feine Unterschied? Die Warriors konnten diesen hohen Wert schon während der regulären Saison bestätigen; Cleveland profitierte von den schwächeren Opponenten in seinen bisher 14 Playoff-Partien, ließ bereits gegen Toronto im Eastern Conference Finale etwas nach. Und trotzdem müssen sich die „Dubs“ vorsehen: kein Team ist derzeit heißer von Downtown als die Cavs, die mit Love, Richard Jefferson, Irving, J.R. Smith, Iman Shumpert und dem mitten in der Saison akquirierten Stretch Big Channing Frye gleich sechs elitäre Schützen in ihren Reihen wissen (alle minimum 45%), James also mit einer Armada umringen können.

Will Cleveland in dieser Finalserie eine echte Chance haben, liegt sein einziges Heil in der Flucht nach vorne. Im Klartext: ein Shootout mit den Splash-Brüdern und deren Komparsen aus der Bay. Defensiv fehlt es den Cavaliers nämlich an Stoppern, um die Kreise aller Warriors-Angreifer eindämmen zu können. Irving und vor allem Love sind in der Verteidigung extrem anfällig, Golden State darauf getrimmt, individuelle Schwächen des Gegners nonstop auszuhöhlen, bis dessen gesamtes Team-Konstrukt implodiert.

Auf der Gegenseite verfügt das Team von Head Coach Steve Kerr über die nötige Balance, die NBA-Champions in der Regel auszeichnet: die Dubs können sowohl offensiv Feuerwerke abbrennen, als auch hinten mauern. Andre Iguodala, Draymond Green, Andrew Bogut und Harrison Barnes sind die perfekten Ergänzungsspieler für das beste Shooting-Tandem aller Zeiten, Curry und Thompson. Dieses Team ist nicht nur historisch erfolgreich, sondern mental undurchdringlich – egal, wie kritisch die Situation ist. Das macht Golden State zum großen Favoriten – auch in diesen Finals.

Der modernisierte Spielplan sieht längere Pausen zwischen den einzelnen Partien vor, insbesondere gegen Ende der Serie. Das Format ist 2-2-1-1-1, der Heimvorteil liegt dank besserer Bilanz in der regulären Saison bei den Golden State Warriors. Die NBA kehrte vor zwei Jahren zu diesem früheren, repräsentativeren System zurück, das vor 1984 verwendet wurde. Ein siebtes und alles entscheidendes Spiel am 19. Juni stiege also in der Oracle Arena von Oakland – ein letztes, entscheidendes Argument pro-Warriors.

Telekom Basketball hat jeden Morgen nach den Spieltagen alle Video-Highlights zu den NBA-Finals.