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Bamberg-Baskonia

Nationalspieler Voigtmann kommt! Bamberg nur noch Spielverderber

Seb Dumitru

Von Seb Dumitru
@nbachefkoch

Für den Deutschen Meister ist die Turkish Airlines Euroleague Saison beendet. Als einziges Restziel bleibt Bamberg, seinen Gegnern das Leben so schwer wie möglich zu machen. In dieser Woche können die Oberfranken Baskonia Vitoria Gasteiz und Johannes Voigtmann ein Bein stellen. Telekom Basketball überträgt die Partie am Dienstag, live ab 19:40 Uhr.


Die Euroleague-Saison 2016/17 ist für den Deutschen Meister Brose Bamberg vorbei. Nicht im technischen Sinn, denn es bleiben vier Partien. Mathematisch jedoch sind die Oberfranken nach der 78:83 Niederlage gegen Fenerbahce Istanbul eliminiert. Die Playoffs finden heuer ohne das Team von Andrea Trinchieri statt. Der Dunk von Jan Vesely nach nur sechs Sekunden zeigte früh, wohin sich Partie Nummer 26 entwickeln würde – zu einer Machtdemonstration des türkischen Vizechampions, der auch ohne den früh verletzten Superstar Bogdan Bogdanovic ein offensives Feuerwerk abbrannte. Istanbul traf 53 Prozent aus dem Feld (43,5% von der Dreierlinie), erzielte im ersten und dritten Spielabschnitt 27 respektive 26 Punkte. Der 13-0 Lauf im Dritten war die Vorentscheidung; Bamberg musste wie so häufig in dieser Saison hinterher hecheln, kämpfte sich heran, hatte in der Crunchtime aber nichts mehr im Tank. Diese chronischen Aussetzer ziehen sich wie ein roter Faden durch die Kampagne. Ohne diese Schwächephasen wäre auch gegen den amtierenden Vizemeister am Donnerstag ein Sieg drin gewesen. Nikos Zisis, Fabien Causeur (jeweils 15 Zähler) und Darius Miller (14) punkteten zweistellig, der Reboundkampf war ausgeglichen (30:31), Bamberg leistete sich nur acht Ballverluste. Leider vergaß Trinchieris Truppe, den lichterloh brennenden Bobby Dixon zu löschen. Der Winzling traf fünf Dreier für insgesamt 26 Punkte. Luigi Datome trug 16 zum Auswärtssieg bei. 


Baskonia Vitoria Gasteiz erkämpfte gegen den amtierenden Euroleague-Champion ZSKA Moskau einen immens wichtigen 79:78 Triumph, der die Basken fast schon sicher in die Playoffs hievte. Ein Sieg gegen Bamberg am Dienstag würde die Postseason-Qualifikation bereits klar machen – wenn Panathinaikos Athen gewinnt und Zalgiris Kaunas sowie Darüssafaka Dogus Istanbul verlieren. So oder so: das Team von Johannes Voigtmann sitzt mit 15 Siegen und elf Niederlagen aus 26 Partien auf Tabellenrang fünf. Nur Fenerbahce, Panathinaikos sowie die beiden Top-Favoriten Moskau und Real Madrid haben mehr Partien gewonnen. Gegen Moskau hatte Head Coach Alonso Sito seine Mannen einmal mehr exzellent ein- und aufgestellt. Fünf Spieler punkteten zweistellig, angeführt von Flügelscorer Adam Hanga, der 15 Punkte erzielte. Point Guard Shane Larkin (12), Tim Killie (11), Chase Budinger und Nationalmannschaftscenter Voigtmann (jeweils 10 Punkte) unterstützten hervorragend.

 

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Das 74:81 im Hinspiel Mitte November war ein Spiegelbild der Bamberger Leistungen in dieser Saison: basketballerisch jederzeit und gegen jeden Gegner auf Augenhöhe, wurden mentale Aussetzer und schlecht getimte Fehler den Oberfranken in den entscheidenden Phasen zum Verhängnis. Auch gegen Vitoria war ein Sieg drin. Die Gäste führten im Schlussviertel zwischenzeitlich mit zehn Punkten, lagen knapp zwei Minuten vor Schluss immer noch vorne (74:72). Danach ging nichts mehr. Ein 0:9 Lauf besiegelte die damals sechste Niederlage in acht Partien – und eine von 14 der Bamberger in diesem Jahr, die denkbar knapp oder erst in der Schlussphase entschieden wurden.


Shane Larkin (PG)
Adam Hanga (SG)
Chase Budinger (SF)
Tornike Shengelia (PF)
Johannes Voigtmann (C)


Andrea Bargnani (Center)
Kim Tillie (Forward)
Rodrigue Beaubois (Guard)
Nicolas Laprovittola (Guard)
Ilimane Diop (Center)


Dem Quintett ehemaliger NBA-Cracks (Andrea Bargnani, Shane Larkin, Chase Budinger, Tornike Shengelia und Rodrigue Beaubois) fügten die Nordspanier im Januar noch einen sechsten hinzu: Nicolas Laprovittola ist argentinischer Nationalspieler, lief 18 Partien für Gregg Popovich bei den San Antonio Spurs auf und ersetzte Basketballrenter (und Baskonia-Legende) Pablo Prigioni. Bargnani, Shengelia und Larkin spielten unter anderem für die Brooklyn Nets; Beaubois ist ein ehemaliger Teamkollege von Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks. Budinger absolvierte mehr als 400 Einsätze für Houston, Minnesota, Indiana und Phoenix. Und dann ist da noch Voigtmann: der Eisenacher, der in der Euroleague auf starke 10,1 Punkte und 7,5 Rebounds pro Partie (Rang zwei) kommt, freut sich ganz besonders auf das Duell mit Bamberg.


Die Hausherren haben eigentlich keinen Anreiz mehr, alles zu geben: die Doppelbelastung in Europa und der heimischen Basketball Bundesliga hat Spuren hinterlassen. Nach den Niederlagen gegen Istanbul und Bayern München vergangene Woche warten Baskonia, Emporio Armani Mailand und BBL-Tabellenführer Ratiopharm Ulm auf Trinchieris Truppe. Während der nationale Fokus weiterhin auf der Titelverteidigung liegt, geht es in den verbleibenden internationalen Partien nur noch darum, den Spielverderber zu mimen.