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Euroleague

20. Dezember 2016

Schwarzer Abend für Bamberg in Madrid

Von Fabian Wenninger

Bei Real Madrid zeigt Bamberg seinen bislang schwächste Vorstellung in Europas Eliteklasse. Ohne Fabien Causeur ist der deutsche Meister von Beginn an komplett chancenlos – vor allem gegen ein slowenisches Wunderkind.


REAL MADRID (9-4) VS BROSE BAMBERG (4-9)95:72 (47:25)
Top-Scorer: Luka Doncic (16) – Lucca Staiger (18)
Top-Rebounder: Gustavo Ayon, Othello Hunter, Jeff Taylor (je 7) – Daniel Theis (5)
Top-Assistgeber: Sergio Llull (6) – Aleksej Nikolic, Maodo Lo, Janis Strelnieks (je 3)


Schon oft haben die Bamberger in dieser Saison bewiesen, dass sie die großen Namen der europäischen Basketball-Szene ärgern können. In der Hauptstadt Spaniens, wo die Königlichen residieren, gab es für Bamberg allerdings keine Möglichkeit, den Palast zu stürmen. Die individuelle Qualität und Tiefe seines mit Stars gespickten Kaders zeigte Real vom Tip-Off weg. Ohne den zuletzt aufstrebenden Fabien Causeur, der mit Magen-Darm-Infekt fehlte, erwischte Bamberg einen absoluten Horror-Start (0:13) und erholte sich davon nicht mal ansatzweise. Bei Madrid, das zwischenzeitlich auf über 30 Punkte davonzog, dominierte besonders das große Talent Luka Dončić. Nach zwei Siegen in Serie ist Bamberg in Europas Eliteklasse wieder in der harten Realität angekommen. Dort wartet am Donnerstag (ab 19:40 Uhr live bei Telekom Basketball) mit Olympiakos Piräus das nächste Spitzenteam.


Reals tiefer Kader. Oft wird von der Ausgeglichenheit des Bamberger Kaders geschwärmt. Andrea Trinchieri kann in der Regel zehn nahezu gleichwertige Spieler von der Leine lassen. Seinem Kollegen Pablo Laso, der Dirigent der Königlichen, steht allerdings ein noch größeres Arsenal an Hochkarätern zur Verfügung. Allein die erste Fünf um Ayon, Llull und Dončić nahm jene Trinchieris mit 55:20 auseinander. Auch von der Bank kam genügend Energie, sodass sich Anführer wie Rudy Fernandez (3 Punkte in 19 Minuten) oder Andres Nocioni (2 Punkte) einen schwächeren Auftritt locker leisten konnten. Seinen Superstar Anthony Randolph setzte Laso gar nicht erst ein.


Bambergs Horror-Start. 0 von 6 Würfen getroffen, dazu in der Defensive 11 Punkte zugelassen – so erschreckend las sich Bambergs Bilanz nach den ersten zwei Minuten. Nachdem Andrea Trinchieri seine erste Auszeit nehmen musste, besserte sich das nur geringfügig. Real dominierte weiter, Bamberg konnte kaum zum Korb der Madrilenen durchdringen. Erst ein Dreier von Nicolo Melli erlöste Bamberg. Über dreieinhalb Minuten waren da schon gespielt – und Madrid auf 13 Punkte davongezogen.


Luka Dončić. Der 17-jährige Slowene gilt als eines der größten europäischen Talente aller Zeiten. Gegen Bamberg stellte er sein grenzenloses Potenzial unter Beweis. 16 Punkte, 6 Rebounds, 5 Assists, 3 Steals in nicht einmal 20 Minuten – Dončić demonstrierte sein ganzes Skill-Set. Dazu spielt er trotz seines jungen Alters bereits so abgezockt wie ein Euroleague-Veteran. Wie lange er Real erhalten bleibt, ist mehr als fraglich: Sämtliche NBA-Scouts lecken bereits die Finger nach dem slowenischen Wunderkind.

6808 Real Madrid - Brose Bamberg


So verheerend Bambergs Auftritt auch war: Bei einem Team wie Real Madrid, das jedes Jahr Ansprüche auf Europas Krone anmeldet, ist eine Niederlage vertretbar. Womöglich war sie nach den kräftezerrenden Wochen in Trinchieris Plan sogar einkalkuliert. Immerhin konnte der Italiener den Kaltstart seiner Mannschaft nutzen, um seine Stars zu schonen. Bamberg könnte dadurch ausgeruhter in das nächste Duell gehen. Das wartet nämlich bereits am Donnerstag Olympiakos Piräus – und ist die nächste Chance für Bamberg, den großen Namen eins auszuwischen.