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Oldenburg - Bamberg

07. Juni 2017

Spiel 2: Bamberg ist einfach zu gut

Von Christopher Meltzer
@Meltzinho

Auch im zweiten Finalspiel der BBL offenbart sich: Dem Meister aus Bamberg ist Oldenburg nicht gewachsen. Die Bamberger verwandeln 60 Prozent ihrer Dreier. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Titelkampf schon am Sonntag entschieden wird, dürfte höher sein. Alles Wichtige in der Übersicht. (Zum Gamereport)

2 2 96 88 - - -
5 0 60 76 - - -
  Serie Spiel 1 Spiel 2 11. Juni 14. Juni 18. Juni



Fabien Causeur wedelte mit der Hand. Eine Geste, die den Schiedsrichter dazu aufforderte, das Spiel zu unterbrechen. Nicht etwa, weil dem Bamberger Spielmacher plötzlich die Kraft fehlte. Gerade erst war er mit dem Ball energisch durch die Zone marschiert. Causeur war schlicht die Kontaktlinse aus dem Auge gefallen. Also pausierte der Schiedsrichter die Partie – und alle Beteiligten bestaunten eine Szene, die die Bamberger Überlegenheit in dieser Finalserie vortrefflich zusammenfasste. Selbst als die Sehkraft fehlte, griff der Bamberger zielsicher zu.

Ein wenig an Zielsicherheit hatten im zweiten Finalspiel ja auch die Oldenburger gewonnen. 16 Punkte tischten sie im ersten Viertel auf – zehn mehr als noch beim Auftakt in Bamberg. Doch stachelte das die Bamberger nur an. Als wollten sie den Basketballfans in Oldenburg nochmal beweisen, wie schön ihr Offensivbasketball aussehen kann. Fast immer endeten ihre Angriffe mit einem offenen (Dreipunkte-)Wurf. Meistens sah das kinderleicht aus: Ein Block, ein flottes Dribbling in die Zone, ein Pass zur Dreierlinie, noch ein Pass.

In dieser Manier erspielten sich die Bamberger eine famose Dreierquote: 15 ihrer 25 Versuche verwandelten sie. Das entspricht 60 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bamberg sich schon am Sonntag die Meisterschaft krallt, dürfte deutlich höher sein.


Bambergs Offensivleistung. Auf der größten Bühne des deutschen Vereinsbasketballs führte der Titelverteidiger vor, wie sehr er Andrea Trinchieris Spielsystem verinnertlicht hat. Oldenburgs Geschäftsführer Hermann Schüller sprach schon zur Pause von "Hochgeschwindigkeits-Basketball". Erneut offenbarte sich: Dem Meister aus Bamberg war Oldenburg nicht gewachsen. Wann immer ein Bamberger Guard sich im Eins-gegen-Eins durchsetzte, brach die Oldenburger Defensive in Panik aus. Die Verteidiger verfielen in wilde Rotationen, was Bambergs cleveres Passspiel erst ins Rollen brachte.

9352 EWE Baskets Oldenburg - Brose Bamberg

Bemerkenswert war nicht, wie frei die Bamberger am Ende zum Wurf ansetzen, sondern wie leicht die Vorbereitung aussah. Im dritten Jahr der Trinchieri-Ära ist der Automatismus ihr größter Trumpf. Ihre Trefferquote fiel an diesem Abend freilich überdurchschnittlich aus. Dass Nicolo Melli fünf von fünf Versuchen versenkt, kommt selten vor. Doch es passte in das Gesamtkunstwerk, das Bamberg zur Schau stellte.


Probleme mit den Hallenterminen. Weil die Oldenburger Verantwortlichen die Hallenreservierung konservativ angegangen sind, stände ihnen im Fall eines vierten Finalspiels am kommenden Mittwoch ein Umzug bevor. Einen solchen Spieltermin hatten sie nämlich gar nicht erst angemeldet. In der Zwischenzeit hat sich in der Oldenburger Halle eine Rindermesse eingenistet. Die Basketballer müssten nach Bremen ausweichen.

Vermutlich steht den Oldenburger Fans aber nur noch eine Auswärtsfahrt bevor. Alles deutet darauf hin, dass Bamberg im dritten Finalspiel die Serie beendet. Auch die Reaktion des Oldenburger Publikums an diesem Mittwochabend sprach dafür. Als gelbe Wand hatten sie sich gegen die Bamberger Übermacht aufgelehnt. Ohne Erfolg. Schließlich verabschiedeten sie ihre Mannschaft mit viel Applaus. Die 1000-Kilometer-Reise nach Oberfranken und zurück werden nur die wenigsten antreten.  


Gibt es noch Hoffnung für Oldenburg? Wir fühlen uns an diesen Dialog erinnert.