easyCredit BBL Turkish Airlines EuroCup NBA

BBL-Dienstag

14. Februar 2017

Ulmer Rekordjagd und Bayerisches Eingrooven

Von Fabian Wenninger

In Bremerhaven setzt ratiopharm ulm seine historische Siegesserie fort. Die Eisbären können ohne ihren Spielmacher nur in einem Punkt glänzen. Außerdem: Die Bayern grooven sich gegen Göttingen für das Pokalwochenende ein – mit Maik Zirbes. Die Nachholspiele des 19. Spieltags in der Übersicht.


EISBÄREN BREMERHAVEN (6-14) VS RATIOPHARM ULM (21-0)66:106 (31:52)
Top-Scorer: Karvel Anderson (22) – Raymar Morgan (22)
Top-Rebounder: Fabian Bleck, Quincy Diggs (je 4) – Morgan (10)
Top-Assistgeber: Diggs (3) – Braydon Hobbs (6)

FC BAYERN MÜNCHEN (18-3) VS BG GÖTTINGEN (7-14)86:71 (48:25)
Top-Scorer: Vladimir Lucic (16) – Benas Veikalas (16)
Top-Rebounder: Maxi Kleber (8) – Darius Carter (8)
Top-Assistgeber: Nick Johnson, Anton Gavel (je 6) – Adam Waleskowski (2)


Jetzt sind es also schon 21. Ulms Siegeslauf macht Angst! Auch in Bremerhaven flutschten die Würfe wieder nur so durch den gegnerischen Korb. Nach einem 23:9-Start im ersten Viertel war der nächste Ulmer Erfolg quasi schon eingetütet. Schließlich fehlte Bremerhaven ohne Spielmacher Jordan Hulls, der in den USA bei der Geburt seines Kindes weilte, jegliche Struktur in der Offensive. Nur Karvel Anderson und Harper Kemp notierten eine zweistellige Punkteausbeute im Statistikbogen. Wirklich gefährlich wurden sie Ulm aber nicht. Die Rekordjagd des Tabellenführers geht weiter. Allmählich wackelt sogar der Allzeit-Rekord.

2017 noch ungeschlagen, dazu das Ausrufezeichen gegen Berlin – auch die Bayern befinden sich vor dem Pokal-Wochenende in bestechender Form. Den letzten Beweis lieferten sie bei der Generalprobe gegen Göttingen. Der 86:71-Sieg fiel letztlich nur knapper aus, weil die Münchner im letzten Viertel auf „Eco-Modus“ umschalteten. Zuvor hatten sie die Gäste teilweise über das komplette Feld gejagt und ihnen in 20 Minuten gerade einmal mickrige 25 Zähler gewährt. Dazu produzierten sie in der Offensive genügend freie Wurfsituationen, um sich zügig auf über 20 Punkte abzusetzen. Da blieb am Ende sogar Zeit für das Debüt von Maik Zirbes im Bayern-Trikot.

Eine Saison in München wird in Titeln gemessen. Die erste Chance beim Pokal-Wochenende kommt deshalb zum richtigen Zeitpunkt.


Die Frisur von David Brembly. Hier könnten freilich auch ein paar Zeilen über Ulms Offensive, die beste der Liga, stehen. Weil wir diese im Saisonverlauf aber schon ausführlich abgefeiert haben, haben wir uns für die Haarpracht von Brembly entschieden. Der ehemalige Ulmer hatte sich für dieses Duell, das gleichzeitig seine Heimspielpremiere im Trikot Bremerhavens war, etwas besonders Extravagantes ausgedacht.

Brembly ließ sich seine Haare nicht nur blau färben, sondern an den Seiten auch mehrere Geckos einrasieren – alles für den guten Zweck. Einen entsprechenden Aufruf gab es bereits im Herbst in einer Zeitung, wo Leser und Fans merheitlich für den Gecko-Haarschnitt stimmten. Für diesen „Mut“ wurden beim Spiel gegen Ulm Spenden eingesammelt, die sozial benachteiligten Kindern zu Gute kommen. Chapeau, Mr. Brembly!


In der Tabelle wird Ulm nun mit 21 Siegen geführt. Damit haben sie nun auch offiziell die Bestmarke der Bamberger aus der Vorsaison geknackt. In den Rekordbüchern stehen die Ulmer aber schon bei 22 Siegen in Serie. Der Erfolg gegen Hagen in der Hinrunde wird hier nämlich miteingerechnet, weil das Spiel zu diesem Zeitpunkt regulär ausgetragen und gewonnen wurde. Um den Allzeit-Rekord von Leverkusen aus der Saison 1969/70 einzustellen, fehlen Ulm noch drei Siege. Dafür müsste Ulm in Oldenburg und Bonn und zuhause gegen Vechta gewinnen. Eine Aufgabe, die in der derzeitigen Verfassung des Teams von Thorsten Leibenath als machbar erscheint.